1000 Telefone und einen Weltrekord

Von Sarah Lippuner
Rita Zimmermann mit ihrer Guinness-Urkunde und ihrem Lieblingstelefon.
Rita Zimmermann mit ihrer Guinness-Urkunde und ihrem Lieblingstelefon. © telefonsammlung.ch
Rita Zimmermann ist süchtig nach Telefonen und das schon seit den 80ern. Damals begann die junge Telefonistin mit dem Sammeln von Telefonen. Mittlerweile hat sie über 1000 und damit einen Weltrekord aufgestellt. 

Ich treffe Rita Zimmermann natürlich nicht persönlich, sondern rufe sie an. Die erste Frage ist zwingend: «Mit welchem Telefon telefonieren Sie jetzt gerade?» Als Antwort kriege ich ein Lachen zu hören und: «Ein ganz normales, die besonderen sind leider alle im Estrich.» Gerne würde Rita Zimmermann ihre 1080 Telefone ausstellen, aber um ein Museum zu eröffnen, fehlen die finanziellen Mittel. Schon lange sucht sie Spender, um ihren geliebten Telefone ein besseres Zuhause als Kartonschachteln geben zu können.

Jägerin der klingelnden Schätze

Wie kommt man auf die Idee, Telefone zu sammeln? «Das fing mit meiner Lehre als Telefonistin an, in den 80er-Jahren. Da waren wir bei de PTT an der besten Quelle und bekamen immer die neusten Telefone zu sehen. So entwickelte sich meine Leidenschaft.» Rita Zimmermann, in Vilters aufgewachsen, ging ab dann auf Telefon-Jagd auf der ganzen Welt: «Vor dem Internet durchforstete ich Flohmärkte und Brockenhäuser. Von einer Amerikareise habe ich ganz viele lustige Telefone mitgebracht, von da an hab ich mich auf solche Funny-Phones spezialisiert. Mit dem Internet war die Suche dann wesentlich einfacher.» Ein Lieblingstelefon zu nennen, fällt Rita Zimmermann schwer. Wahrscheinlich ist es das Superman-Telefon: «Das habe ich besonders lange gejagt und als Sammlerstück hat es einen Wert von rund 800 Dollar.»

Aus Jux zum Weltrekord

Im Jahr 2010 hatte Zimmermann 771 Telefone – und gewann damit einen Guinness Weltrekord: «Mehr aus Jux haben Bekannte mich motiviert, meine Telefone dem Guinness-Komitee vorzustellen. Das war eine riesen Arbeit, alle Telefone zu nummerieren und zu archivieren.» Der Aufwand hat sich gelohnt: Zimmermann durfte ihre Telefonen schon mehrfach an Ausstellungen präsentieren. Die Jagd nach Telefonen ist zurzeit aber auf Eis gelegt. Ohne einen Ausstellungsraum, findet Zimmermann es schade, noch mehr Telefone auf dem Estrich anzusammeln. Im Alltag benutzt sie übrigens – wie die normal-Telefon-Begeisterten – ein Smartphone: «Das musste halt irgendwann so sein», meint sie.

Alle Telefone von Rita Zimmermann kann man hier anschauen.

Ab 2018 könnte Rita Zimmermann ihre analogen Telefone sowieso nicht mehr benutzen. Die Swisscom schaltet nämlich das analoge Netz ab und ersetzt es durch die weltweit etablierte IP-Telefonie (VoIP). Ab dem 1. Januar funktioniert das Telefonieren nur noch über das Internet. Das Telefon wird an einer Internetbox (Router) angeschlossen und in die Telefonsteckdose eingesteckt. Wer bereits einen Router hat (zum Beispiel für Internet oder TV), braucht sein Telefon nur dort einzustecken. Kunden, deren Telefon noch in der Telefonsteckdose eingesteckt ist, sollten sich an ihren Anbieter wenden und einen Router bestellen.

Neben den Telefonen müssen auch Lifte und Alarmanlagen umgerüstet werden. Sie werden künftig ebenfalls digital betrieben.


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