190 Arbeitsplätze von Verkauf betroffen

Von Felix Unholz
Vom Verkauf des Beschichtungs-Segmentes wären weltweit rund 480 Mitarbeiter betroffen.
Vom Verkauf des Beschichtungs-Segmentes wären weltweit rund 480 Mitarbeiter betroffen. © Keystone/Ennio Leanza
Die Looser Holding AG in Arbon hält an ihren Verkaufsplänen fest und möchte das Beschichtungs-Segment bis Ende Jahr loswerden. Davon betroffen sind rund 190 Arbeitsplätze in der Ostschweiz und in Liechtenstein.

Der Konzerngewinn der Arboner Industriefirma stieg im vergangenen Jahr um 71 Prozent auf 7,6 Millionen Franken. “Wir sind aus unserer Sicht sehr gut unterwegs”, sagte Verwaltungsratspräsident und Interims-Konzernchef Rudolf Huber zum Gesamtergebnis am Dienstag im Rahmen der Halbjahres-Telefonkonferenz. Dennoch strebt die Looser weiterhin einen Verkauf des Beschichtungs-Segments an.

Zukunft für Mitarbeiter ungewiss

Vom geplanten Verkauf der Sparte betroffen wären weltweit rund 480 Mitarbeiter der Industriegruppe – davon 60 bei der Feyco AG in St.Margrethen und 130 im liechtensteinischen Bendern bei der Schekolin AG. “Wir gehen davon aus, dass diese Arbeitsplätze jetzt grundsätzlich nicht gefährdet sind”, beschwichtigt Interims-Konzernchef Huber die Befürchtungen eines Personalabbaus bei einer Übernahme. “Aber natürlich wird der Eigentümer dann entscheiden, wie es mittelfristig weitergeht.” Noch vergangenes Jahr habe man insbesondere in die liechtensteinischen Werke investiert, um sie profitabel zu machen.

“Tal der Tränen durchschritten”

Während der Umsatz bei Looser vor allem im Türen-Segment deutlich gestiegen ist, gab es im Beschichtungs-Bereich im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 1,1 Prozent. Dennoch sei das “Tal der Tränen langsam durchschritten.” Ein leicht positiver Trend sei vor allem auf das schwache zweite Halbjahr 2015 zurückzuführen.

Die Looser Holding hält trotzdem am Ziel fest, die Beschichtungs-Sparte bis Ende 2016 abzustossen. Konkrete Gespräche oder Angebote mit einem Übernahmekandidaten habe es aber noch keine gegeben. “Jetzt beginnt der Prozess, wo man Käufer informell anspricht.” Ob die Unternehmensteile einzeln oder als Gesamtpaket an einen Käufer veräussert werden, ist noch nicht klar.

“Der Verkauf ist kein Weltuntergang”

Man werde nicht einfach dem Meistbietenden verkaufen ohne Rücksicht auf Schweizer Werte, meint Huber. Dennoch schliesst er den Verkauf an einen Inserenten, der einen grossen Stellenabbau plant nicht völlig aus. “Diese Diskussion können wir erst führen, wenn wirklich Angebote da sind”, sagt der Interims-Konzernchef auf konkrete Nachfrage. Doch Huber relativiert: “Der Verkauf ist kein Weltuntergang, sondern kann auch eine Chance sein.” Die Mitarbeiter seien sich bewusst, dass sich etwas ändern müsse. “Die Arbeitsplätze wären auch unter Looser nicht garantiert gewesen.”


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