Polizei rückt wegen häuslicher Gewalt täglich aus

40 Mal jeden Tag interveniert die Polizei wegen Fällen von häuslicher Gewalt (Symbolbild).
40 Mal jeden Tag interveniert die Polizei wegen Fällen von häuslicher Gewalt (Symbolbild). © KEYSTONE/Luis Berg
Insgesamt 14’000 Mal sind die Schweizer Polizisten im letzten Jahr wegen häuslicher Gewalt ausgerückt und mussten intervenieren. Rund 9000 Beschuldigte wurden registriert, vier Fünftel davon waren Männer.

Bei den Opfern sind drei von vier weiblich. Dies wurde an einer Fachkonferenz des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Mann und Frau (EBG) in Bern veröffentlicht. Dort treffen sich heute rund 250 Fachkräfte, um über häusliche Gewalt zu diskutieren. 13 Prozent der Opfer von häuslicher Gewalt waren zudem minderjährig. Im letzten Jahr wurden 36 Menschen getötet, acht davon waren Kinder im Vorschulalter.

Oftmals sind Kinder anwesend

Bei 50 bis 60 Prozent der Fälle, in denen die Polizei ausrückte, waren Kinder zugegen, etwa 40 Prozent dieser Kinder waren jünger als sieben Jahre. Die Rückfallquote bei häuslicher Gewalt sei sehr hoch. Die Fachkonferenz stellt sich daher die Frage, wie Täterinnen und Täter effektiver zur Verantwortung gezogen werden können. 25 Kantone bieten Beratungsangebote für Frauen und Männer an, die Kantone Luzern und Wallis kennen sogar eine Pflichtberatung, sobald ein Fall von häuslicher Gewalt vorliegt.

1500 Täter lassen sich beraten

Rund 1500 Täterinnen und Täter haben letztes Jahr eine Beratung besucht, schätzt der Fachverband Gewaltberatung Schweiz (FVGS). «Täter und Täterinnen müssen sich mit ihrem gewalttätigen Verhalten auseinandersetzen», wird EBG-Direktorin Sylvie Durrer in einer Mitteilung zitiert. Opfer von häuslicher Gewalt könnten nur so besser geschützt werden.

Beratungsstelle sucht Kontakt zu Tätern

Die Polizei leitet heute die Kontaktdaten eines Täters an eine Beratungsstelle weiter. Die betroffenen Personen werden von der Beratunggstelle kontaktiert und zu einem Gespräch aufgefordert. Diese proaktive Ansprache habe sich bewährt, schreibt das EBG.

(red/sda)


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