700 Flüchtlinge stecken an griechisch-mazedonischer Grenze fest

Warten unter winterlichen Bedingungen: Bei Gevgelija bilden sich lange Schlangen, viele Asylsuchende werden als "Wirtschaftsflüchlinge" an der Grenze zurückgewiesen.
Warten unter winterlichen Bedingungen: Bei Gevgelija bilden sich lange Schlangen, viele Asylsuchende werden als "Wirtschaftsflüchlinge" an der Grenze zurückgewiesen. © KEYSTONE/EPA/GEORGI LICOVSKI
Mehr als 700 Flüchtlinge aus asiatischen und afrikanischen Ländern stecken seit Tagen an der griechisch-mazedonischen Grenze fest.

Die Asylsuchenden aus Pakistan, dem Sudan, Kongo, Marokko und Bangladesch kommen nicht weiter, weil die mazedonischen Grenzschützer neuerdings nur noch Syrer, Iraker und Afghanen über den Grenzübergang Gevgelija lassen, berichtete das mazedonische Internetportal emagazin.mk.

Auf der griechischen Seite der Grenze in Idomeni bildete sich bereits ein Rückstau. Die Gestrandeten würden zum Grossteil im Freien schlafen, berichteten Aktivisten auf der Facebook-Seite “Forgotten in Idomeni”. Die Menschen seien zunehmend winterlichen Wetterverhältnissen ausgesetzt, hiess es.

Hunderttausende Flüchtlinge sind in diesem Jahr über die sogenannte Balkanroute nach Europa gekommen. Die meisten von ihnen überqueren aus der Türkei kommend in Schlauchbooten die östliche Ägäis. Sie landen auf griechischen Inseln und fahren von dort zur mazedonischen Grenze.

Zu Wochenbeginn hatten Mazedonien, Serbien, Kroatien und Slowenien beschlossen, nur noch Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan durch ihre jeweiligen Territorien fahren zu lassen. Die anderen wurden als “Wirtschaftsflüchtlinge” bezeichnet. Den Begriff gibt es allerdings im humanitären Völkerrecht nicht. Jeder Asylsuchende hat das Recht auf Überprüfung seiner Asylgründe.

(SDA)


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