75 Jahre Wurst, Wein und springende Säuli

Für St.Gallen ist die Olma wie Weihnachten und Ostern zusammen: Ein riesengrosses Fest. Dieses Jahr findet die Olma zum 75. Mal statt. Höchste Zeit, einmal zurück zu blicken auf 75 wunderbare Jahre voller Bratwürste, Trachten, Vieh und Landmaschinen.

Dieses Jahr ist ein ganz besonderes Jahr für die Olma. Es ist ein Jubiläumsjahr. Zum 75. Mal findet die Messe in St.Gallen statt. Die allererste Olma startete am 7. Oktober 1943. An genau diesem Tag ist auch Hans Heule zur Welt gekommen. Er feiert zusammen mit der Olma seinen 75. Geburtstag. Heute ist Hans Heule Olma-Botschafter und kann sich noch gut an seinen ersten Besuch erinnern, wie er im TVO sagt: «Es war sehr schönes Wetter. Ich war damals zehn Jahre alt und meine Eltern mussten arbeiten, also bin ich alleine an die Olma gegangen.»

Landmaschinen und nackte Würste

Am Anfang dominierten grosse Landmaschinen die Ausstellung. Diese wurden aber zwischen 1980 und 1990 von der Messe verbannt. Daran hatten nicht alle Freude, wie sich Rene Käppeli, ehemaliger Olma-Direktor erinnert: «Die Landmaschinen wurden immer grösser und wir brauchten mehr Platz. Den hatten wir aber nicht. Wir haben lange nach einem anderen Weg gesucht und ihn mit der Landwirtschaftsmesse Tier und Technik schliesslich gefunden.»

Die Zuchtvieh-Auktion an der Olma 1988 in St. Gallen. (KEYSTONE/Str)

Die Zuchtvieh-Auktion an der Olma 1988 in St. Gallen.
(KEYSTONE/Str)

Dass die Zeiten und vor allem das Arbeiten früher anders waren, weiss auch Bruno Kleger. Er war 30 Jahre lang Olma-Medienverantwortlicher: «Früher gab es noch keinen Fax, kein Internet und auch kein Handy auf dem Gelände. Hatten wird einen Medientermin, mussten wir die Sekretärin informieren, wo wir uns gerade befinden, damit uns die Medienschaffenden dort treffen konnten.» Für Aufregung sorgte einmal ein Olma-Plakat welches nackte Würste in einer Plastikverpackung zeigten: «Wir versuchten die Leute zu besänftigen indem wir Pin-Anstecker verteilten, die eine gebratene Wurst zeigten.»

1,80 Franken für eine Wurst

Für den Bau der Olma-Hallen war lange Hanspeter Schmid zuständig. Der Dachdecker erinnert sich noch an die Zeit, in der die Hallen vor der Tonhalle aufgebaut wurden: «Wir waren jeweils 100 bis 150 Leute. Meistens deutsche Zimmermänner. Wir hatten noch keine Kränen oder sonstige Maschinen. Wir mussten alles von Hand aufziehen.» Anders als früher seien heute vor allem die Preise: «Früher bezahlte man für eine Bratwurst 1,80 Franken, heute um die sieben Franken. Dabei hat es dasselbe drin und ist meiner Meinung nach auch gleich gross.» Ausserdem hätte er früher in der Degustationshalle so viel probieren dürfen wie er wollte. «Man konnte das Portemonnaie zuhause lassen.»

Ein ölteres Appenzeller Paar degustiert den Käse an der 10. Olma 1952 in St. Gallen, aufgenommen im Oktober 1952. (KEYSTONE/Photopress-Archiv/Jules Vogt)

Ein ölteres Appenzeller Paar degustiert den Käse an der 10. Olma 1952 in St. Gallen, aufgenommen im Oktober 1952. (KEYSTONE/Photopress-Archiv/Jules Vogt)

Für den jetzigen Olma-Direktor Nicolo Paganini ist es vor allem der Zweck, der sich im Laufe der Jahre verändert hat: «Früher war es eine Beschaffungsmesse, heute ist es eine Messe für Produzenten und Konsumenten. Es trifft die ländliche auf die urbane Bevölkerung.»

Während der Olma überträgt FM1Today das traditionelle Säuli-Rennen tägliche live. Immer wenn es um 16 Uhr heisst «Auf die Plätze, fertig, los» kannst du das Rennen über unseren Livestream mitverfolgen. Nachdem das schnellste Säuli gekürt ist und die Olma abends ihre Tore schliesst, geht die Party in der FM1 Radio City weiter. Alle Infos und das komplette Programm findest du hier.


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