90 Jahre «du dumme Sau!»

Von Gerry Reinhardt
Der Regisseur Werner Herzog, links, und der Schauspieler Klaus Kinski in einer Szene des Dokumentarfilms «Mein liebster Feind».
Der Regisseur Werner Herzog, links, und der Schauspieler Klaus Kinski in einer Szene des Dokumentarfilms «Mein liebster Feind». © KEYSTONE/AP Photo
Er war ein Genie und irgendwie auch wahnsinnig. Mit wenigen Worten brachte man ihn auf die Palme. Und dann ging es richtig los. Wehe dem, der Klaus Kinski wütend machte. Heute wäre er 90 geworden. 

Kritikfähig war er nicht. Konstruktiv auch nicht und trotzdem irgendwie genial. Die legendären Wutausbrüche von Klaus Kinski faszinieren auch heute noch. Er selbst sah sich immer missverstanden und die, die ihn wütend machten verstanden meist auch die Welt nicht mehr.

Der Schatten über Kinski

Zu seinem 80. Geburtstag gab es nur Bewunderung für den deutschen Schauspieler. Heute sieht die Welt schon wieder anders aus. 2013 bezichtigte ihn seine Tochter Pola des sexuellen Missbrauchs. Die Übergriffe begannen demnach als sie fünf Jahre alt war und endeten erst mit 19. Dazu kann Klaus Kinski nichts mehr sagen. Die Schilderung von Pola Kinski wird aber als glaubwürdig empfunden, weil auch seine zweite Tochter Nastassja Annährungsversuche bestätigte. Dies im Alter von vier oder fünf Jahren.

Kinski als Youtube-Hit

Was Kinski aber posthum geschafft hat: Ihn kennt auch die junge Generation. Seine Wutausbrüche, die auf Youtube zu sehen sind, faszinieren auch heute, 25 Jahre nach seinem Tod, noch. «Du dumme Sau» war dabei ein beliebter Kraftausdruck von Kinski.

Diese Faszination geht soweit, dass es sogar Nachahmer gibt. Comedian Max Giermann spielt den wütenden Klaus Kinski fast zu gut.

(gre)


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