Kanton streicht Geld für Walenseebühne

Von Angela Müller
Mit Wetterglück - «Saturday Night Fever» 2017 zählte rund 35 000 Besucher.
Mit Wetterglück - «Saturday Night Fever» 2017 zählte rund 35 000 Besucher. © KEYSTONE/Gian Ehrenzeller (Archiv)
Während in Walenstadt die Proben für «Die schöne und das Biest» starten, erreicht die Organisatoren eine Hiobsbotschaft: Das Amt für Kultur hat das See-Musical von der Liste der Lotteriefonds-Gelder gestrichen.

Der Entscheid des Amtes für Kultur dürfte die Produzenten der Walenseebühne kalt erwischt haben. Noch letztes Jahr hatten sie für die Produktion «Saturday Night Fever» 120’000 Franken aus dem Lotteriefond erhalten. Dieses Jahr ist wohl Schluss mit den Beiträgen des Kantons.

Im Bericht der Regierung für die geplanten Beitragszahlungen für den Sommer 2018 wird die Walensee-Bühne nicht erwähnt, schreibt der «Sarganserländer» in der Ausgabe vom Donnerstag. Der Regierungs-Bericht muss im Juni noch vom Kantonsrat bewilligt werden.

«Produktionen haben sich verändert»

Der jährliche Beitrag des Lotteriefonds für die Walensee-Bühne wird schon längere Zeit diskutiert. «Der Grund für die Streichung der Gelder ist, dass sich die Produktionen in den letzten Jahren stark verändert haben. Anfänglich waren sie die regional verankert, zum Beispiel ‹Heidi› oder auch ‹Die schwarzen Brüder›. Inzwischen werden aber nur international bekannte Musicals aufgeführt», sagt Katrin Meier, Leiterin des Amts für Kultur.

Das letztjährige Musicals «Saturday Night Fever» mit Welthits von Bee Gees verbuchte nach 21 Aufführungen rund 35’000 Besucher. 2015 zog das Musical Titanic 42’000 Besucher an.

«Wir gehen davon aus, dass international bekannte Musicals wie wie das diesjährige ‹Die Schöne und das Biest› durch Sponsorengelder und Eintritte finanziert werden können und deshalb nicht auf Gelder vom Kanton angewiesen sind», sagt Meier.

«Substanzieller Beitrag» fehlt

Marco Wyss, Produzent der Walensee-Bühne, bezeichnet den Beitrag des Lotteriefonds als «substanziell» für die Aufführung. Er erklärt, dass man für die Gelder gekämpft habe und dies weiterhin tun werde. «Es ist ein laufender politischer Prozess, mehr kann ich dazu nicht sagen», betont Wyss gegenüber FM1Todday. Klar ist jedoch, «Die Schöne und das Biest» wird dieses Jahr gespielt. «Die Produktion ist viel zu weit fortgeschritten», sagt Wyss.

Die Beiträge des Kantons wurden in den letzten Jahren immer wieder gekürzt, im Jahr 2012 bei dem Musical «Die Schwarzen Brüder» von 500’000 Franken auf 150’000. Auch «My Fair Lady» 2014 musste mit 150’000 Franken auskommen, diese Produktion kostete rund 5,5 Millionen Franken. Bei der diesjährigen Produktion, deren Premiere am 20. Juni stattfindet, beträgt das Budget gemäss Wyss rund vier Millionen Franken.

Jährlich vergibt der Kanton zwischen 8 bis 10 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds für Kulturprojekte und Kulturinstitutionen. Eines der Hauptkriterien ist die Gemeinnützigkeit. «Rund 150 Kulturprojekte werden dieses Jahr unterstützt, viele auch aus dem Sarganserland, so zum Beispiel das Orchester des Dirigenten Enrico Lavarini aus Walenstadt», sagt Meier.


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