A-HA – Euphorie trotz unterkühltem Frontmann

Grosse Sprünge sind nichts für Morten Harket: Der A-HA-Frontmann singt am Konzert im Hallenstadion lieber ausdrucksstark als die Bühne mit Tänzen und grossen Worten zu dominieren.
Grosse Sprünge sind nichts für Morten Harket: Der A-HA-Frontmann singt am Konzert im Hallenstadion lieber ausdrucksstark als die Bühne mit Tänzen und grossen Worten zu dominieren. © /EPA KEYSTONE/WALTER BIERI
Sechs Jahre nach ihrer Reunion und Jahrzehnte nach ihrer Blütezeit ist die norwegische Pop-Rock-Band A-HA am Montagabend im Zürcher Hallenstadion aufgetreten. Das Konzept: Reduzierte Show, Songs aus 30 Jahren Karriere und ein unzufriedener Frontmann.

Wenn Morten Harket seinen linken Daumen an diesem Abend aus der Hosentasche zieht, dann nur, um den Tontechnikern ein Zeichen zu geben. Er scheint überhaupt nicht zufrieden zu sein mit dem, was er hört. Ob seine unterkühlte Art daran liegt – wohl kaum. Der A-HA-Frontmann scheint auch sonst nichts für auffällige Gesten, grosse Worte, geschweige denn Tanzschritte übrig zu haben.

Während der gesamten Show der nach dem aktuellen Album benannten “Cast In Steel” Tour müssen sich die rund 7000 Zuschauenden mit seiner breitbeinigen Stellung und einer überaus ernsten Miene zufrieden geben. Dabei ist die Stimmung gar nicht so schlecht wie sie sein könnte bei der visuell reduzierten Darbietung und dem zuweilen fast schlagermässig seichten Repertoire.

Dass das Publikum die Euphorie bis zum Schluss nicht verliert, liegt an den Erinnerungen, die dann eben doch in aller Wucht hochkommen, wenn die Norweger alte Hits wie “Foot Of The Mountain”, “The Sun Always Shines On TV”, “Take On Me” oder “Crying In the Rain” spielen. Und an der Stimme des sonst so wortkargen Sängers, die bis zum Schluss kräftig und für seine Coolness halt eben doch sehr warm bleibt.

(SDA)


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