Müller und Noser setzen sich durch

Hat gut lachen: Ruedi Noser wurde klar gewählt.
Hat gut lachen: Ruedi Noser wurde klar gewählt. © KEYSTONE/ANTHONY ANEX
Der FDP-Parteipräsident und Aargauer Nationalrat Philipp Müller ist erneut in den Ständerat gewählt worden. Müller überrundete Nationalrat Hansjörg Knecht (SVP) deutlich. Im Kanton Zürich hat Ruedi Noser das Rennen gemacht.

Ruedi Noser (FDP) ist der erwartete Sieger des zweiten Wahlgangs der Zürcher Ständeratswahlen. Der 54-jährige Unternehmer liess seine Mitkonkurrenten Bastien Girod (Grüne) und Hans-Ueli Vogt (SVP) deutlich hinter sich. Noser schaffte den Sprung in den Ständerat mit 150’548 Stimmen. Die FDP konnte damit den Sitz des zurücktretenden Felix Gutzwiller verteidigen. Dass es keine Überraschung geben würde, war schon um die Mittagszeit klar. Bereits die erste Hochrechnung des Statistischen Amts zeigte einen deutlichen Vorsprung für Noser.

SVP-Kandidat ohne Chance

Der von der SP unterstützte Kandidat der Grünen, Bastien Girod, erzielte mit 106’946 Stimmen ein respektables Resultat. Keine Chance hatte SVP-Kandidat Hans-Ueli Vogt. Dem im Oktober in den Nationalrat gewählten Rechtsprofessor blieb mit 74’758 Stimmen lediglich Platz drei. Im ersten Wahlgang war Vogt noch vor Girod klassiert. Die Wahlbeteiligung lag mit 38,7 Prozent deutlich unter jener des ersten Wahlgangs. Am 18. Oktober hatten sich 45,8 Prozent der Stimmberechtigten an den Ständeratswahlen beteiligt.

Mit Ruedi Noser und Daniel Jositsch (SP) wird der Kanton Zürich in den nächsten vier Jahren von zwei politischen Schwergewichten im Ständerat vertreten. Der 50-jährige Strafrechtsprofessor Jositsch hatte bereits im ersten Wahlgang das absolute Mehr geschafft. Nosers Nachfolger im Nationalrat wird Hans-Ulrich Bigler. Der Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands belegte bei den Wahlen am 18. Oktober den ersten Ersatzplatz.

Müller verteidigt FDP-Sitz

Der 63-jährige Müller schaffte am Sonntag den Sprung in den Ständerat mit 63’174 Stimmen. Knecht scheiterte mit 53’824 Stimmen. CVP-Nationalrätin Ruth Humbel erhielt 35’909 Stimmen. Der parteilose Aussenseiter Pius Lischer kam auf 3204 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 38,69 Prozent – knapp 10 Prozentpunkte weniger als in der ersten Runde.

Der Generalunternehmer Müller verteidigte in der kleinen Kammer den freigewordenen Sitz von Christine Egerszegi. Die Aargauer FDP ist seit 1948 ohne Unterbruch im Ständerat vertreten. Die SVP hatte ihren Sitz 2011 an die SP verloren. Im ersten Wahlgang war Müller noch rund 6000 Stimmen hinter Knecht gelegen. Der FDP-Präsident vertritt den Kanton Aargau im Ständerat nun zusammen mit der im Oktober wiedergewählten Pascale Bruderer (SP).

Müller holte vor allem in den Städten und Agglomerationen deutlich mehr Stimmen als der Herausforderer Knecht. Die Rechnung der SP ging nicht auf: Die Linke wollte mit der Unterstützung von Humbel indirekt Knecht zum Wahlsieg verhelfen und damit verhindern, dass Müller in den Ständerat einziehen kann.

Sichtbar erfreut und entspannt gab sich Müller zum Wahlausgang. “Es ist ein Freudentag für die FDP”, sagte er vor den Medien im Regierungsgebäude in Aarau. Die Partei gewann die letzten beiden freien Sitze im Ständerat.

(SDA)


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