Ab heute wird gefastet

2016 beginnt der Ramadan am 6. Juni und endet am 5. Juli.
2016 beginnt der Ramadan am 6. Juni und endet am 5. Juli. © AP Photo/Lefteris Pitarakis
Für Muslime beginnt heute Montag der Fastenmonat Ramadan. Das heisst, sie sollen – wenn möglich – von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und auch Sex verzichten. Wegen der EM in Frankreich sind jedoch viele muslimische Fussballer in der Zwickmühle – nicht so die Schweizer.

Im Koran heisst es, zum Fasten ist jeder Muslim verpflichtet, der in vollem Besitz seiner Geisteskräfte, volljährig und körperlich dazu imstande ist. Es gibt allerdings auch Ausnahmen. Muslime, die “auf Reisen”, krank oder schwanger sind, müssen nicht zwingend fasten.

Nati-Stars fasten nicht

Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft befindet sich zurzeit “auf Reisen”. Sie reist heute in ihr EM-Camp ins französische Montpellier. Wegen der körperlichen Belastung während des Turniers verzichten die muslimischen Spieler der Nati jedoch sowieso auf das Fasten. Dies bestätigt der Mediensprecher der Nationalmannschaft, Marco von Ah. Er will jedoch nicht sagen, wer alles in der Nati Muslim ist. “Ich möchte Religion und Sport nicht vermischen”, sagt von Ah.

Bereits bekannt ist, dass Xherdan Shaqiri, Haris Seferovic oder Granit Xhaka gläubige Muslime sind. Schon während des letzten grossen Fussball-Turniers, der Weltmeisterschaft in Brasilien vor zwei Jahren, haben sie während des Ramadan auf das Fasten verzichtet. Dort kam die Hitze erschwerend dazu.

Grosse Herausforderung für andere Mannschaften

Im Gegensatz zur Schweiz haben andere Mannschaften an der EM, zum Beispiel Albanien, die Türkei oder Frankreich, mehr Muslime im Kader. Ob sie sich allerdings an den Ramadan halten, ist nicht bekannt. Dies gemacht hat Algerien bei der WM 2014 in Brasilien. Damals hat die algerische Nationalmannschaft angekündigt, man werde den Ramadan einhalten.

(uli)


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