Abschuss ja oder nein?

Die Calanda-Wölfe verlieren die Scheu vor den Menschen. Das soll mit Abschüssen korrigiert werden.
Die Calanda-Wölfe verlieren die Scheu vor den Menschen. Das soll mit Abschüssen korrigiert werden. © Amt für Natur, Jagd und Fischerei
In der vergangenen Woche hat der Wolf erstmals ein Kalb gerissen. Seither wird heftig darüber diskutiert, ob der Wolf darum abgeschossen werden muss. Der Bauernverband sagt ja, der WWF klar nein und der Kanton prüft unterschiedliche Massnahmen.

Der Wolf muss weg – findet der Bauernverband. Er sagt klar, dass das Wolfskonzept veraltet sei. Die starke Ausbreitung der Calanda-Wölfe sei nicht mehr akzeptabel. Es kämen jedes Jahr Jungtiere dazu und das Rudel vermehre sich viel zu stark, sagt der Präsident des St. Galler Bauernverband Peter Nüesch gegenüber dem St. Galler Tagblatt. Es bestehe ausserdem die Gefahr, dass sich die Landwirte selbst helfen und illegal auf die Wölfe schiessen.

WWF gegen Abschuss

Der WWF St. Gallen will keinen Schnellschuss und erstmal abwarten. Wie sie sagen könne es nicht sein, dass das ganze Wolfskonzept über den Haufen geworfen wird, wegen einem gerissenen Kalb. Es könne anders reagiert werden beispielsweise so, dass die Kühe zum kalbern in den Stall gebracht werden. Der Geruch von Blut ziehe die Wölfe an. Die Zahl der Wölfe sei ausserdem nicht entscheidend für die Anzahl gerissene Tiere. Auch ein einziger Wolf hätte ein Kalb reissen können.

Unterschiedliche Massnahmen

Dem Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St. Gallen ist der Zuwachs des Calanda-Rudels bekannt. Sie wollen jedoch nichts überstürzen. Es würden verschiedene Massnahmen geprüft, sagt der Amtsleiter Dominik Thiel im Tagblatt. Diese reichen von der Vertreibung einzelner Wölfe über Präventionsmassnahmen bis hin zur Abschussbewilligung. Am Wolfskonzept müsse vorläufig festgehalten werden.


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen