Neun Raiffeisen-Verwaltungsräte treten ab

Acht von elf Raiffeisen-Verwaltungsräten verlassen die Bank.
Acht von elf Raiffeisen-Verwaltungsräten verlassen die Bank. © Keystone/Gaëtan Bally
Neun von elf Verwaltungsräten der Raiffeisenbank treten bis 2020 ab. Damit beschleunigt die Bank ihren 2016 gestarteten Gesamterneuerungsprozess, der nach der Affäre Vincenz an Brisanz gewonnen hat.

Dieser Artikel erschien am 26. April zuerst auf tagblatt.ch

Die Raiffeisenbank beschleunigt ihren Gesamterneuerungsprozess nach der Affäre Vincenz: Bis 2020 werden neun der aktuell elf Verwaltungsratsmitglieder aus dem obersten Leitungsgremium von Raiffeisen Schweiz zurücktreten. Das teilt die Bank am Donnerstagabend mit. Um einen «geordneten Erneuerungsprozess zu gewährleisten», hat sich neben Edgar Wohlhauser und Werner Zollinger, die aufgrund der statutarischen Amtszeitbeschränkung am 16. Juni 2018 nicht mehr wiedergewählt werden können, Franco Taisch entschieden, sich nicht mehr zur Wiederwahl zu stellen. Er werde sich auf seine unternehmerischen Engagements und auf seine Titularprofessur an der Universität Luzern fokussieren, heisst es in der Medienmitteilung. Zusätzlich haben sich fünf weitere Verwaltungsräte auf einen Rücktrittstermin verständigt.

Gestaffelte Rücktritte bis 2020

An der ausserordentlichen Delegiertenversammlung im Herbst 2018 werden Daniel Lüscher und Urs Schneider zurücktreten. An der ordentlichen Delegiertenversammlung im Juni 2019 werden Rita Fuhrer und Philippe Moeschinger demissionieren. Angelo Jelmini wird im Juni 2020 aus dem Verwaltungsrat zurücktreten.

Mit Laurence de la Serna hat sich auch ein neues Verwaltungsratsmitglied entschieden, sich nicht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung zu stellen. «Aufgrund von Veränderungen in ihrem beruflichen Umfeld sowie aus persönlichen Gründen wird sie am 16. Juni 2018 nicht zur Wiederwahl antreten», heisst es in der Mitteilung weiter. Die Suche nach Nachfolgern werde umgehend in die Wege geleitet.

Ausserordentliche Delegiertenversammlung im November

Darüber hinaus hat der Verwaltungsrat entschieden, am 10. November 2018 eine ausserordentliche Delegiertenversammlung durchzuführen. Neben der Wahl einer neuen Verwaltungsratspräsidentin oder eines neuen Verwaltungsratspräsidenten wird den Delegierten die Zuwahl von zwei weiteren Verwaltungsräten beantragt. Bereits im März 2018 kündigte Raiffeisen Schweiz an, den 55-jährigen Wirtschaftsprüfer und Bankenexperten Rolf Walker sowie den 52-jährigen Unternehmer Thomas Rauber an der Delegiertenversammlung vom 16. Juni 2018 zur Wahl in den Verwaltungsrat vorzuschlagen. (pd/lim)


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