Aegerter will Karriere bei deutschem Moto2-Team neu lancieren

Kann nach geklärter Zukunft wieder lachen: der Berner Moto2-Fahrer Dominique Aegerter
Kann nach geklärter Zukunft wieder lachen: der Berner Moto2-Fahrer Dominique Aegerter © KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Dominique Aegerter nimmt einen überraschenden Teamwechsel vor. Der Berner Moto2-Fahrer fährt 2017 für den deutschen Rennstall Leopard Racing auf der von ihm gewünschten Suter.Am Dienstag unterschrieb Aegerter den Vertrag für die kommende Saison.

Allerdings nicht mehr bei Frédéric Corminboeuf und den (West-)Schweizern von CarXpert Interwetten, sondern beim Leopard-Team von Stefan und Jochen Kiefer. Die deutschen Brüder führen seit 1996 ein Team, welches seit 2003 der WM angehört. 2011 mit dem Deutschen Stefan Bradl (Moto2) und 2015 mit dem Briten Danny Kent (Moto3) gewannen die Kiefers den WM-Titel. Kent wird kommendes Jahr auch Aegerters Moto2-Teamkollege sein.

So nimmt die Zeit von Aegerter bei seinem bisherigen Team ein abruptes Ende. Im Oktober 2006 in Estoril gab der damals 16-jährige Oberaargauer sein GP-Debüt in der 125-ccm-Klasse, nachdem er sich zuvor bei zweitägigen Ausscheidungsfahrten in Mugello gegen drei Schweizer Konkurrenten durchgesetzt hatte.

Gründe dafür, dass Aegerter das gewohnte Umfeld nach über 160 gemeinsamen Rennen verlässt, gibt es mehrere. Bekannt ist, dass zwischen dem Berner Fahrer und seinem ehemaligen Fitness-Trainer Corminboeuf, der einige Jahre später zum Teamchef aufstieg, immer wieder Dissonanzen auftraten. Nicht zuletzt auch in der Frage, mit welchem Cheftechniker Aegerter zusammenarbeiten soll.

Selbst erwähnt der einmalige Grand-Prix-Sieger als ausschlaggebend für die Trennung neben der «neuen sportlichen Herausforderung» und dem «grossen Vertrauen, das ich von der neuen Teamführung verspüre» vor allem auch den «Wechsel zurück von einem Kalex- zu einem Suter-Motorrad». Der Zürcher Konstrukteur Eskil Suter, mit seinen Produkten einst führend in der 2010 eingeführten Moto2-Klasse, kehrt auf nächste Saison hin mit einer konkurrenzfähigen Maschine zurück.

Der ganze Deal mit dem Team Leopard, bei welchem Aegerter wie von ihm schon lange erhofft vor allem auf Deutsch kommunizieren kann, wurde gemäss Robert Siegrist innerhalb von nur fünf Tagen besiegelt. Der Zürcher Rechtsanwalt ist seit Kurzem wieder Aegerters Manager, nachdem er Ende August von diesem Mandat Abstand genommen hatte. Dass er seinen zurückgetretenen Manager zur Rückkehr bewegen konnte, war Aegerter «wichtig, um am bestehenden, persönlichen Umfeld festhalten zu können».

(SDA)


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