Ärger mit digitalen Parkbewilligungen

Von Angela Müller
Die Bewilligungs-Vignette muss am Frontfenster bei der Befahrerseite befestigt sein. Das Handy-App ist fakultativ.
Die Bewilligungs-Vignette muss am Frontfenster bei der Befahrerseite befestigt sein. Das Handy-App ist fakultativ. © Ralph Ribi/St.Galler Tagblatt
Ab sofort stellt die St.Galler Stadtpolizei Parkbewilligungen über die elektronische Parking Card aus – die Umstellung verläuft nicht problemlos. Der Hotline-Draht läuft heiss.

In Sachen Parkbewilligungen für die blaue Zone hat in St.Gallen eine neue Ära begonnen: Seit diesem Jahr sind sie nur noch übers Internet erhältlich. Die althergebrachten Papierbewilligungen die per Post und Rechnung abgewickelt wurden, sind Geschichte. Die Umstellung verläuft jedoch nicht ganz problemfrei. Für viele Autobesitzer ist die neue Bewilligungsart gewöhnungsbedürftig oder gar ärgerlich. Entsprechend heiss läuft das Beratungstelefon der Stadtpolizei: „Im Moment beantwortet die Stadtpolizei viele telefonische Anfragen“, bestätigt Roman Kohler Sprecher der Stadtpolizei St.Gallen. „Es gab auch vereinzelte Reklamationen.“ Am meisten Probleme haben gemäss Stadtpolizei Leute, die kein oder schlecht Deutsch sprechen und solche, die wenig Umgang mit der digitalen Welt haben. „Alle Feedbacks werden zur Verbesserung und Weiterentwicklung des Systems genutzt.“

Komplizierter Bewilligungsprozess

Die Parkbewilligungen für die erweiterte blauen Zonen in St.Gallen werden bereits seit Anfang Oktober 2015 über die der Parking Card AG ausgestellt. Der Vorteil: Lenker erhalten zusätzlich einen Badge oder können mit einem Parking-App gesamtschweizerisch bargeldlos auf allen Parkplätzen parkieren, die mit der Parkingcard bewirtschaftet werden. Das dürften zurzeit über 50 000 Parkplätze in grösseren Schweizer Städte sein. Tendenz steigend.

Zurzeit kämpfen die St.Galler aber noch mit Anfangsproblemen: „Häufig vergessen die Leute den letzten Schritt des Bewilligungsprozesses auf der Internetseite. Sie registrieren sich und hinterlegen ein Zahlungsmittel. Doch lösen dann keine Bewilligung,“ sagt Kohler. Doch auch ganz simple Probleme treten auf: Die Parkingcard-Vignette muss zwingend auf der Frontscheibe beim Beifahrersitz befestigt werden, damit die Polizei sie sofort sieht. „Es gab schon Fälle, die denen die Vignette an Seitenfenster geklebt wurden.“

Akzeptanz wächst

Allen Widrigkeiten zum Trotz: In der Stadt werden zurzeit jährlich 35 000 Anwohner und ca. 3500 Handwerkerbewilligungen ausgestellt, diese wurden alle auf Ende 2015 auf die Parking Card umgestellt.“ Die Tagesbewilligungen, die einen grossen Teil der insgesamt 130 000 Bewilligungen ausmachen sind weiterhin per Papier bei den Poststellen und bei der Polizei erhältlich. „Trotz manchen Anfangsschwierigkeiten haben wir viele positive Feedbacks, die Akzeptanz für die ParkingCard ist allgemein recht gut.“ Und weiterhin gilt: Wer es nicht schafft, die Bewilligung online zu lösen, kann sich am Schalter bei der Stadtpolizei melden.


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