“Äusserst grausam und perfide”

Von Leila Akbarzada
Hunde im Visier von Hundehassern? (Symbolbild)
Hunde im Visier von Hundehassern? (Symbolbild) © KEYSTONE/Gaetan Bally
Letzte Woche ist der Rüde Blacky nach dem Verzehr eines vergifteten Wurststücks ins Spital eingeliefert worden. Heute wurden in St.Margrethen Fleischkäsestückchen mit Schrauben drin gefunden, die auf einer Spielwiese verteilt waren. Wer verteilt solche Köder? Eine Analyse dieses Täterverhaltens.

Blacky ist auf dem Weg der Besserung: Vor einer Woche wurde der Jack Russel-Terrier in die Tierklinik in Nesslau eingeliefert, weil er ein vergiftetes Wurststück gefressen hat. Ein Unbekannter hat diese in Nesslau verteilt.

In St.Margrethen wurden heute mehrere mit Schrauben versetzte Fleischkäsestückchen gefunden und der Polizei übergeben.

Diese Köder wurden auf einer Wiese in St.Margrethen gefunden.

Kantonspolizei St.Gallen

Diese sucht nach Zeugen. Die Frage stellt sich: Wer verteilt solche tödlichen Köder?

“Eine schwere Straftat”

“Prinzipiell kann man sagen: Wenn jemand im öffentlichen Raum so etwas macht, dann liegt ein konkretes Motiv dahinter”, sagt Monika Egli-Alge, Fachpsychologin und Geschäftsführerin des forensischen Insituts Ostschweiz. Die Tat sei äusserst grausam. “Es ist sehr perfide, denn es könnte jeden treffen”. Es stecke eine hohe kriminelle Energie hinter der Tat. “Das ist eine schwere Straftat. Man muss davon ausgehen, dass dem Tier – oder eventuell auch einem Kind – ein erheblicher Schaden zustösst, verspeist es den Köder. Möglicherweise nimmt man damit sogar den Tod eines Lebewesens in Kauf.”

Störende Hunde auf der Spielwiese

Im Fall in St.Margrethen hat ein Bewohner die Köder auf einer Spielwiese gefunden, auf der auch eine Rutschbahn und eine Schaukel steht. Die Frau des Finders hat selber einen Hund und findet die Tat grausam. Sie zeigt jedoch auch Verständnis: An der Wiese wird mehrmals auf die Leinenpflicht hingewiesen, doch viele Hundehalter halten sich ihren Angaben nach nicht daran. Zudem nähmen sie den Kot ihrer Tiere nicht auf, das störe wohl viele Eltern, die mit ihren Kindern auf der Wiese verweilen.

Hass- und Racheakt?

“Die Motive sind sehr individuell. Es kann sein, dass ein tiefer Hass auf etwas oder jemanden hinter der Tat steht. Ob der Täter psychisch krank ist, kann ich so nicht beurteilen. Dafür müsste ich alle Umstände kennen.” Es könne aber gut sein, dass es sich im konkreten Fall um einen Hass- oder Racheakt handelt.

 


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