AHVplus-Initiative soll für höhere AHV-Renten sorgen

Rentnerinnen und Rentner sollen 10 Prozent mehr AHV erhalten. Das verlangt die Initiative "AHVplus". (Archiv)
Rentnerinnen und Rentner sollen 10 Prozent mehr AHV erhalten. Das verlangt die Initiative "AHVplus". (Archiv) © KEYSTONE/GAETAN BALLY
Die Renditen der Pensionskassen sinken, Wohnungen und Krankenkassenprämien werden teurer. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) will daher die AHV stärken. Seine Initiative “AHVplus” verlangt 10 Prozent höhere AHV-Renten.Diese kommt am 25.

September an die Urne, noch während der parlamentarischen Beratung über die Reform der Altersvorsorge. Am Donnerstag hat die “Allianz für eine starke AHV” die Abstimmungskampagne zur Initiative gestartet. Für die Befürworter ist klar: Die AHV ist die effizienteste, sicherste und kostengünstigste Altersvorsorge der Schweiz.

Während die Renten der zweiten Säule trotz höherer Beiträge sinken würden, sei die AHV berechenbar und zuverlässig, heisst es in einer Medienmitteilung. Obwohl die AHV-Lohnprozente seit 1975 nie angehoben wurden und nur 1 Mehrwertsteuerprozent dazugekommen sei, zahle die Sozialversicherung heute doppelt so viele Renten wie damals. Das ist möglich, weil Löhne und Anzahl Beschäftigte gestiegen sind.

Nun aber gibt es nach Ansicht der “Allianz für eine starke AHV” Nachholbedarf. Wohnungsmiete und Krankenkassenprämien beanspruchten heute zwei Drittel einer Maximalrente. Gegenüber den Löhnen sei die AHV deutlich in Rückstand geraten, heisst es in der Mitteilung.

Eine Rentenerhöhung um 10 Prozent würde gut 4 Milliarden Franken pro Jahr kosten. Das liesse sich finanzieren, indem Arbeitnehmer und Arbeitgeber je 0,4 Prozent höhere AHV-Beiträge zahlen. Eine Maximalrente würde dadurch um 235 Franken pro Monat steigen.

Davon profitieren laut der Allianz besonders die Frauen. Denn 38 Prozent der Rentnerinnen haben heute nur eine AHV-Rente. Und jene, die eine berufliche Vorsorge haben, bekommen im Durchschnitt nur halb so hohe Renten wie Männer.

Die Rechnung geht nach Ansicht der Befürworter auch darum auf, weil die AHV weniger den Schwankungen der Finanzmärkte ausgeliefert ist als die zweite Säule. Da sie nach dem Umlageverfahren funktioniert, gibt sie die Einnahmen grösstenteils gleich wieder aus, während Pensionskassen das Geld rentabel und mit hohen Verwaltungskosten anlegen müssen.

Auch das Preis-Leistungsverhältnis der AHV sei unschlagbar, heisst es in der Mitteilung: 460’000 Franken an Lohnbeiträgen reichten für eine Ehepaar-Rente von 3510 Franken pro Monat. Für die gleiche Rente in der privaten Vorsorge seien 810’000 Franken an Sparbeiträgen nötig.

Zur “Allianz für eine starke AHV” gehören die Gewerkschaften und die grossen Arbeitnehmerorganisationen des öffentlichen Sektors, die Rentnerorganisationen VASOS und AVIVO sowie die SP, die Grünen, Juso und die Jungen Grünen.

Die Abstimmung über die “AHVplus”-Initiative fällt in die Herbstsession der eidgenössischen Räte. Ebenfalls in der Herbstsession diskutiert der Nationalrat erstmals über das Reformprojekt Altersvorsorge 2020. Vorgesehen ist eine Senkung des Umwandlungssatzes in der beruflichen Vorsorge und ein höheres Frauenrentenalter.

Um diese Schritte mehrheitsfähig zu machen, hat der Ständerat das Anliegen der Initiative teilweise in die Vorlage aufgenommen: AHV-Renten sollen um 70 Franken aufschlagen, Ehepaar-Renten um bis zu 226 Franken. Ob dies auch im Nationalrat eine Mehrheit findet, ist unsicher. Wird die “AHVplus”-Initiative angenommen, müsste die Reform der Altersvorsorge wohl von Grund auf überarbeitet werden.

(SDA)


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