AHVplus-Initiative verliert an Boden

Trotz Grossdemonstration von Befürwortern der AHVplus-Initiative am vergangenen Wochenende im Bern steht das Anliegen der Gewerkschaften im Gegenwind. Laut Umfrage sinkt die Zustimmung für das Volksbegehren. (Archiv)
Trotz Grossdemonstration von Befürwortern der AHVplus-Initiative am vergangenen Wochenende im Bern steht das Anliegen der Gewerkschaften im Gegenwind. Laut Umfrage sinkt die Zustimmung für das Volksbegehren. (Archiv) © KEYSTONE/ANTHONY ANEX
Die AHVplus-Initiative und die Initiative für eine Grüne Wirtschaft haben laut einer Onlineumfrage an Terrain verloren. Bei beiden Vorlagen haben die Befürworter ihren Vorsprung eingebüsst.

Gemäss der dritten Tamedia-Abstimmungsumfrage sind aktuell 49 Prozent bestimmt oder eher für die AHVplus-Initiative, ebenfalls 49 Prozent sind dagegen oder eher dagegen. Vor knapp drei Wochen hatten laut der zweiten Umfrage noch 54 Prozent ein Ja in die Urne legen wollen, und nur 40 Prozent waren gegen die Gewerkschaftsinitiative, die eine Rentenerhöhung fordert. Bei der ersten Umfragewelle Anfang August hatten die Befürworter noch weiter vorne gelegen.

Renten hinken Löhnen hinterher

Bei den Gegnern punktet in erster Linie das Argument, eine Aufstockung aller Renten sei nicht finanzierbar, wie die am Mittwoch veröffentlichte Umfrage zeigt. Das am meisten genannte Argument für die Initiative ist hingegen, die AHV-Renten hinkten den Löhnen hinterher – deshalb sei es zunehmend schwieriger, den Lebensstandard beizubehalten.

Auch bei der Initiative für eine Grüne Wirtschaft wuchs das Nein-Lager weiter kräftig an und hat nun zehn Tage vor der Abstimmung erstmals die Nase vorn. 54 Prozent wollen die Initiative ablehnen, 42 Prozent befürworten sie. Vier Prozent sind noch unentschlossen.

Grüne Wirtschaft vielen zu extrem

In der Umfrage vor fast drei Wochen waren nur 43 Prozent dagegen gewesen – das Nein-Lager wuchs damit um 11 Prozentpunkte an. Die erste Tamedia-Umfrage hatte sogar nur einen Nein-Anteil von 33 Prozent ausgewiesen.

Das mit Abstand am meisten genannte Argument für die Initiative ist gemäss der Umfrage, wir seien es den kommenden Generationen schuldig, Sorge zur Umwelt zu tragen. Am ehesten gegen die Initiative spricht laut den Befragten, es drohe eine Verteuerung der Produkte. Die Initiative sei im weiteren zu extrem.

Mehrheit für NDG

Auf eine solide Ja-Mehrheit können die Befürworter des Nachrichtendienstgesetzes (NDG) hoffen, das wie die beiden Initiativen am 25. September an die Urne kommt. 58 Prozent der Befragten befürworten aktuell die Vorlage, 39 Prozent lehnen sie ab. Damit liegt der Nein-Anteil etwas höher als bei der letzten Tamedia-Umfrage.

Die dritte Tamedia-Umfrage wurde zwischen dem 8. und 10. September online durchgeführt. Die Resultate basieren gemäss Tamedia auf rund 13’900 nach demografischen, geografischen und politischen Variablen gewichteten Antworten von Umfrageteilnehmern. Der Stichprobenfehler wird mit +/-1,2 Prozentpunkte angegeben.

(SDA)


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