Rapperswil-Jona Lakers bleiben zweitklassig

Hoch die Stöcke: Rapperswils Marc Grieder (links) im Duell mit Ajoies Stanislav Horansky
Hoch die Stöcke: Rapperswils Marc Grieder (links) im Duell mit Ajoies Stanislav Horansky © KEYSTONE/BIST/ROGER MEIER
Die Rapperswil-Jona Lakers verlieren das sechste Finalspiel gegen Ajoie. Die Westschweizer sichern sich den zweiten NLB-Meistertitel nach 1992.

Die Rapperswil-Jona Lakers stufen die Saison rückblickend als erfolgreich ein. Trotz der Finalniederlage gegen Ajoie. Der sofortige Wiederaufstieg wäre zu früh gekommen, ist der einhellige Tenor im Verwaltungsrat der Lakers.

Aber Rapperswil-Jona holte diese Saison bei Fans und Sponsoren verlorenen Goodwill zurück. Langfristig streben die Rapperswiler die Rückkehr ins Oberhaus an. Und womöglich kommt bei den Lakers die NLA-Thematik doch nochmals auf den Tisch. Die National League hat die Lakers offiziell angefragt, ob sie allenfalls bereit wären, bei einem Rückzug der Kloten Flyers in die NLA nachzurücken. Dem Vernehmen nach reagierten sie am Obersee skeptisch auf die Anfrage.

Ajoie gewinnt Final

Die Gebrüder Grimm hätten dieses jurassische Märchen nicht kitschiger schreiben können. Der Flügelstürmer Steven Barras (33), der seine ganze Karriere lang mit Ausnahme von zehn Partien während der Playoffs 2010 nur für seinen Stammklub Ajoie gespielt hat, war am Ende der gefeierte Held. Barras leistete die Vorarbeit zum ersten Tor. Und die matchentscheidenden Goals zum 2:0, 3:1 und 4:2 gelangen dem Kultstürmer gleich selber. Den Hattrick komplettierte Barras mit der Schlusssirene zusammen mit einem Schuss ins leere Tor. Barras bestritt im sechsten Playoff-Final seine 760. und letzte Partie für Ajoie.

Ein Wunder wie am letzten Dienstag, als die Lakers bis drei Minuten vor Schluss 1:3 zurücklagen und am Ende noch 4:3 nach Verlängerung gewannen, gelang den St. Gallern diesmal nicht mehr. Wieder gelang den Lakers noch der Anschlusstreffer durch Roman Schlagenhauf (55.). Danach bot sich den Gästen aber bloss noch eine Torchance. Und im Finish standen die Lakers wegen zuvieler Spielern auf dem Eis und einem Nachschlagen nur noch in Unterzahl auf dem Eis.

Ein kleines Hockey-Wunder

Ajoies Titelgewinn, der zweite in der NLB nach 1992, ist dennoch ein kleines Hockey-Wunder. Die Jurassier kämpfen im Vergleich zur Konkurrenz mit sehr bescheidenen Mitteln. Im Kader stehen neun Akteure aus der eigenen Juniorenbewegung. Fünf standen beim entscheidenden vierten Finalsieg auch im Einsatz (Barras, Thibault Frossard, Jordane Hauert, Miguel Orlando, Bastien Pouilly). Jordane Hauert ist der Sohn des Präsidenten. Präsident Patrick Hauert leitet die Geschicke des Klubs seit 17 Jahren. Und Coach Gary Sheehan findet immer wieder in seiner Heimat Québec (Kanada) brillante Söldner wie Philip-Michael Devos und Jonathan Hazen.

Da die Jurassier auf einen Aufstieg verzichten, findet die Best-of-7-Serie um einen NLA-Platz gegen den Playout-Verlierer EHC Biel nicht statt. Die Bieler hatten den Kampf um den direkten Ligaerhalt gegen die SCL Tigers verloren.

Ajoie – Rapperswil-Jona Lakers 4:2 (0:0, 3:1, 1:1)

Pruntrut. – 4200 Zuschauer (ausverkauft/Saisonrekord). – SR Müller/Wehrli, Espinoza/Obwegeser. – Tore: 24. Devos (Hazen, Barras) 1:0. 26. Barras (Hauert, Hazen) 2:0. 29. Andrew Clark (Aulin) 2:1. 36. Barras (Fey, Hazen) 3:1. 55. Schlagenhauf 3:2. 60. (59:59) Barras (Devos/Ausschluss Rizzello) 4:2 (ins leere Tor). – Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Ajoie, 6mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona Lakers. – PostFinance-Topskorer: Devos: Kuonen.

Ajoie: Descloux; Rouiller, Hauert; Casserini, Fey; Kevin Ryser, Büsser; Simon Barbero, Orlando; Hazen, Devos, Barras; Ramon Diem, Kummer, Horansky; Staiger, Mäder, Pouilly; Victor Barbero, Frossard, Tuffet.

Rapperswil-Jona Lakers: Melvin Nyffeler; Profico, Valentin Lüthi; Geyer, Patrick Blatter; Sataric, Grieder; Grossniklaus, Marc Zangger; Aulin, Andrew Clark, Rizzello; Reto Schmutz, Schlagenhauf, Kuonen; Hügli, McGregor, Schommer; Schaub, Vogel, Thöny.

Bemerkungen: Pfostenschuss Horansky (17.).

(SDA)


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