Aktienkurse der Grossbanken verlieren vor den Jahreszahlen

Grossbanken im Umbau - diese Woche blicken die Anleger vor allem Richtung Credit Suisse und UBS.
Grossbanken im Umbau - diese Woche blicken die Anleger vor allem Richtung Credit Suisse und UBS. © KEYSTONE/DOMINIC STEINMANN
Die Aktienkurse der beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse haben am Montag vor dem Hintergrund der anstehenden Jahresabschlüsse beide Verluste eingefahren. Dabei fiel aber der Kursverlust der Aktie der CS weit grösser aus.

Die Aktien der UBS kosteten bei Handelsschluss an der Schweizer Börse 16,68 Franken und damit 0,9 Prozent weniger als am Freitagabend. Weit ärger gerupft gingen die Wertpapiere der Konkurrentin CS aus dem Handel: Ihr Kurs sank um 2,6 Prozent auf 17,54 Franken. Der Gesamtmarkt gemessen am SMI schloss mit einem Minus von 0,1 Prozent kaum verändert.

Beide Banken präsentieren in der laufenden Woche ihre Jahresergebnisse. Während UBS-Chef Sergio Ermotti wohl am (morgigen) Dienstag mit dem höchsten Gewinn seit 2010 glänzen kann, rechnen Analysten bei der zweitgrössten Schweizer Bank unter ihrem neuen Lenker Tidjane Thiam erstmals seit 2008 mit roten Zahlen.

Mit einer milliardenschweren Abschreibung wird Thiam am Donnerstag wohl die Expansionshoffnungen seiner Vorgänger im riskanten Investmentbanking endgültig begraben.

Wie die UBS will die Credit Suisse mit dem Ausbau der schwankungsarmem Vermögensverwaltung insbesondere in Asien den Gewinn ankurbeln. Doch immer mehr Anleger bezweifeln angesichts der wirtschaftlichen Abkühlung auf dem Kontinent, ob Thiam seine ehrgeizigen Ziele auch erreicht.

“Nach der anfänglichen Euphorie und den Vorschusslorbeeren für das neue Management ist Ernüchterung eingekehrt”, erklärt Andreas Brun, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB).

Für die Credit Suisse prognostizieren Analysten einen Jahresverlust von rund zwei Milliarden Franken. Negativ zu Buche schlagen vor allem Altlasten im Investmentbanking. Im Boomjahr 2000 hatte die Bank das US-Institut DLJ zu einem überhöhten Preis gekauft. Analysten rechnen nun mit einer kräftigen Wertberichtigung.

Neben Sonderbelastungen macht der Credit Suisse aber auch das teilweise schwächelnde Tagesgeschäft zu schaffen. Wie schon die Abschlüsse von Goldman Sachs und anderen US-Banken gezeigt haben, läuft der Anleihenhandel so schlecht wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Rund ein Fünftel der Erträge erwirtschaftet Credit Suisse in dem Bereich, erklärt Bank Vontobel-Analyst Andreas Venditti.

Beim Rivalen UBS seien es gerade einmal fünf Prozent. Die grösste Schweizer Bank setzt dagegen vor allem auf das Geschäft mit reichen Privatkunden. Ihre gute Positionierung verdankt die UBS einem Umbau hin zu einem risikoärmeren Geschäftsmodell, den die Bank schon 2012 eingeleitet hatte. Der Lohn: Für 2015 rechnen die Analysten unter dem Strich mit einem Gewinn von rund 5,6 Milliarden Franken.

(SDA)


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