Aktionärin: Das Ende der «Drecklete»

Von Laurien Gschwend
Sylvia Fuhrimann hat an der Generalversammlung des FC St.Gallen Kritik an der Führung geübt.
Sylvia Fuhrimann hat an der Generalversammlung des FC St.Gallen Kritik an der Führung geübt. © FM1Today/Fabienne Engbers
Als sich Kleinaktionärin Sylvia Fuhrimann aus Neukirch-Egnach an der Generalversammlung für eine neue Führung beim FC St.Gallen einsetzte, sprach sie aus den Herzen vieler Fans. Jetzt, wo Matthias Hüppi Präsident Stefan Hernandez ablöst, ist sie überglücklich.

Vor einem Monat war Sylvia Fuhrimann sauer. Die Kleinaktionärin regte sich so sehr über die Querelen in der Führungsetage des FC St.Gallen auf, dass sie an der Generalversammlung all ihren Mut zusammennahm und unter anderem die Absetzung von Stefan Hernandez, dem damaligen Verwaltungsratspräsidenten, forderte. «Es geht nur noch um die Macht, das stört mich», sagte die 59-jährige Thurgauerin Mitte November.

Fuhrimanns Auftritt an der GV der FC St.Gallen AG:

Fuhrimanns Gebete wurden erhört – und das schneller, als sie gedacht hatte. Am Dienstagabend gab der Verein bei einer Medienkonferenz bekannt, dass der gesamte Verwaltungsrat neu besetzt wird. Präsidiert wird dieser von Matthias Hüppi, der während 38 Jahren als Sportreporter beim Schweizer Fernsehen arbeitete.

«Schönstes Weihnachtsgeschenk» für Fans

«Ich habe beinahe Luftsprünge gemacht, als mir meine Kollegen die Nachricht überbracht haben», sagt Sylvia Fuhrimann, «ich hätte vor Freude weinen können». Dass Matthias Hüppi die Führung ihres Herzensvereins übernimmt, ist für die Kleinaktionärin das «schönste Weihnachtsgeschenk». «Ich bin so erleichtert, dass es jetzt einen Neuanfang gibt.» Sie spricht von einer «grossartigen Neuigkeit» für Fussballfans und die gesamte Ostschweiz. «Ich wünsche Hüppi von ganzem Herzen viel Glück.»

Frischer Wind in der Führung

Fuhrimann ist überzeugt, dass der St.Galler die nötigen Qualifikationen mitbringt, die es für einen FCSG-Präsidenten braucht. «Mit seinem Know-how als langjähriger Sportreporter kann er ‹da oben› etwas bewirken.» Auch von den übrigen Mitgliedern des Verwaltungsrates ist die 59-Jährige positiv überrascht: «Es werden unabhängige Leute reingebracht, die das Ganze anders sehen.»

Sportlicher und finanzieller Schub

Die Wünsche der Thurgauerin an Matthias Hüppi und seine vier Männer sind klar: «Ich hoffe stark, dass der Führungswechsel der Mannschaft einen Ruck gibt und sie zeigen kann, was sie drauf hat.» Auch finanziell soll es aufwärts gehen. «Endlich ist die ‹Drecklete› vorbei.»


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