150’000 Zivilisten aus Afrin geflüchtet

Familien flüchten aus der nordsyrischen Stadt Afrin. (Archiv)
Familien flüchten aus der nordsyrischen Stadt Afrin. (Archiv) © Keystone/EPA/Aref Tammawi
Aus der kurdischen Stadt Afrin in Nordsyrien sind nach Angaben von Aktivisten seit Mittwochabend bereits mehr als 150’000 Zivilisten vor der Offensive der türkischen Armee geflüchtet. In der Nacht zum Samstag habe es heftige Kämpfe am Nordrand der Stadt gegeben.

Die türkischen Truppen und ihre syrischen Verbündeten versuchten, in die Stadt vorzudringen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Zuvor hatte die Beobachtungsstelle erklärt, die türkische Armee habe das wichtigste Spital in Afrin beschossen und 16 Zivilisten getötet, darunter zwei schwangere Frauen. Die türkische Armee weist das zurück.

Die Stadt ist beinahe komplett umzingelt. Lediglich im Süden gibt es einen Fluchtkorridor, der es den Bewohnern ermöglicht, die Stadt in Richtung der von syrischen Kurden oder der syrischen Regierung von Machthaber Baschar al-Assad kontrollierten Gebiete zu verlassen.

Die mehr als 150’000 Zivilisten, welche die Stadt in den vergangenen Tagen verlassen hätten, seien «über diesen Süd-Korridor» geflüchtet, hiess es von der Beobachtungsstelle.

Überdies meldete die Beobachtungsstelle, in der seit Wochen unter Beschuss der syrischen Regierungstruppen stehenden Rebellenhochburg Ost-Ghuta bei Damaskus seien am Samstag 30 Zivilisten bei neuen Luftangriffen getötet worden. Keine Angaben machte die Stelle zunächst dazu, wer die Angriffe flog. Die syrischen Truppen werden auch von den russischen Streitkräften unterstützt.

In dem seit sieben Jahren wütenden Bürgerkrieg sind die Angaben der Beobachtungsstelle – wie auch jene der Konfliktparteien – für Medien kaum zu überprüfen.

(SDA)


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