Alles Gute zum Geburtstag, Windows!

Alles Gute zum Geburtstag, Windows!
© Keystone
Diesen Freitag vor 30 Jahren kam Windows 1.0 auf den Markt. Seither ist das Microsoft-Programm nicht mehr wegzudenken. Wir präsentieren zum Geburtstag elf Fakten, die wohl nicht jeder Windows-User kennt.

1. Der Anfang

Die erste Kopie von Windows 1.0 wurde am 20. November 1985 verkauft. Eine TV-Werbung von damals zeigt den heutigen CEO Steve Ballmer als einen etwas gar enthusiastischen Verkäufer.
Übrigens wurde damals kritisiert, dass eine solche graphische Oberflächlich unnötig sei und sich sowieso nie jemand wirklich an eine Maus gewöhnen würde.

2. Die Spiele

Solitaire, Minesweeper und Hearts gibt es seit Windows 3.0. Und was fast niemand weiss: Die Spiele wurden nicht (nur) zur Unterhaltung eingebaut. Sie sollten dem Nutzer auf spielerische Weise beibringen, wie man die Maus bedient. Bei Solitaire lernt man den Klick, Doppel-Klick und Drag and Drop (ziehen und loslassen). Minesweeper zeigt, wie man rechtsklickt. Hearts wurde mit Windows for Workgroups 3.1 ausgeliefert und sollte zeigen, wie mehrere Spieler über ein Netzwerk kommunizieren können. Auch Freecell war nicht einfach ein Spiel, sondern ein Testprogramm für die 32-bit-Umgebung, auf der Windows lief.

Microsoft wollte die Spiele immer mal wieder aus Windows rauswerfen. Allerdings war der Widerstand der Testpersonen immer zu gross und so gibt es diese Spiele auch heute noch.

3. Starkes Wachstum

Sagenhafte 256 kilobyte (0,000264 GB) brauchte Windows 1.0. Zum Vergleich: Microsoft empfiehlt für Windows 10 eine Mindestgrösse von 20 GB (64-bit-Version).

4. Lieferumfang

Windows 1.0 hatte nebst der einfacheren Benutzeroberfläche schon einige Features. So kam die Software mit einem Zeichenprogramm (Windows Paint), einem Textverarbeitungsprogramm (Windows Write), einer Uhr und einem Kalender.

Unglaublich: Ein farbiges Betriebssystem! (Quelle: Wikimedia)

5. Geldmaschine

Windows hat nicht nur Microsoft und den Investoren viel Geld gebracht. Nein, auch Ihr bekommt Euer Geld dank Windows. Rund 95 Prozent aller Geldautomaten laufen unter Windows XP. Übrigens auch die Self-Scanning-Geräte in der Migros haben ein Windows-System drauf (Windows-Derivat der CE Klasse, laut Migros).

6. Verbreitung

Laut Statista war Windows 7 noch im Juli 2015 das am weitesten verbreitete Betriebssystem weltweit mit 41 Prozent Marktanteil. An zweiter Stelle folgt Windows 8.1, danach Windows XP und erst an vierter Stelle kommt MacOSX mit immerhin noch 7,79 Prozent Marktanteil.

7. Schlechter Ruf

Windows hat – insbesondere bei Mac-Usern – nicht einen besonders guten Ruf. Häufig kritisiert wird, dass das Betriebssystem zu häufig abstürze. Ob dem wirklich so ist, lässt sich kaum mit Sicherheit sagen. Allerdings gibt es Berichte, dass zu Spitzenzeiten täglich 25 Millionen Abstürze verzeichnet worden seien. Wirklich erstaunlich sind solche Zahlen aber nicht, wenn man bedenkt, dass Windows mit rund 200’000 Geräten von verschiedenen Herstellern kompatibel sein soll. Also nicht wie beim Mac, wo die Devise “ein Gerät, ein System” gilt.

Der Bluescreen – der Windows-Albtraum. (Quelle: Wikimedia)

8. Aktienwert

Die Microsoft-Aktie wäre heute einiges mehr wert, wenn sie nicht neun Mal gesplittet worden wäre. Einen Split macht man, wenn die einzelne Aktie einen zu hohen Wert erreicht. Wer beim Börsengang von Microsoft eine Aktie zum Kaufpreis von 21 Dollar gekauft hätte, würde heute 288 Anteile zu einem Wert von ungefähr 15’552 Dollar besitzen. Ein ziemlich gutes Geschäft.

9. Musikstars

Vor 20 Jahren (am 24. August 1995) hat Microsoft Windows 95 veröffentlicht. Und jeder Nutzer konnte ein Stück Musikgeschichte hören. Zumindest ein Stück Musik, das von einer Legende kreiert wurde. Niemand geringeres als Brian Eno spielte den typischen “Microsoft Sound” ein. Eno produzierte unter anderem Talking Heads, U2, Devo, Ultravox und viele mehr.

Brian Eno erklärte 1996 in einem Interview, wie es zur Zusammenarbeit kam: “Ich arbeitete an meiner eigenen Musik und war an einem Punkt angelangt, wo ich nicht mehr weiter kam. Da schätzte ich es sehr, dass jemand kam und mir sagte: ‘Das ist das Problem – löse es.’ Ich bekam eine Liste mit Adjektiven, wie der Sound sein sollte. Inspirierend, universell, blah-blah, da-da-da, optimistisch, futuristisch, gefühlvoll, emotional und so weiter. Und ganz am Ende der Liste stand, dass es genau 3 1/4 Sekunden lang sein darf. Ich fand das so witzig, dass ich gleich 84 Versionen des Sounds machte.”

Übrigens: Eno schrieb diesen “Microsoft Sound” auf einem Mac. Einen PC hat er laut eigenen Angaben in seinem Leben noch nie benutzt.

10. Musikstars II

Mit der Lancierung von Windows 95 kam es noch zu einer weiteren Zusammenarbeit mit Musikstars. Für die Marketingkampagne lizensierte Microsoft den Song “Start Me Up” von den Rolling Stones. Die Verhandlungen waren angeblich äusserst schwierig. Mick Jagger wollte aus künstlerlischen Gründen seinen Song nicht für eine Werbekampagne hergeben. 3 Millionen Dollar später konnte auch er überzeugt werden. “Start Me Up” war das erste Lied der Stones, das für eine Werbung benutzt werden durfte.

11. Konkurrenz

Über Jahre galten Microsoft und Apple als unversöhnliche Rivalen. Und dann kam die Fachmesse MacWorld Expo in Boston von 1997: Bill Gates und Steve Jobs verkündeten zusammen einen Millionendeal. Gates investierte 150 Millionen Dollar in den angeschlagenen Apple-Konzern, Apple verpflichtete sich im Gegenzug, die Internet-Technologie von Microsoft anzuwenden. Faktisch würde es Apple heute also ohne Bill Gates in der heutigen Form kaum mehr geben. Steve Jobs musste das buhende und pfeifende Publikum in Boston beruhigen: “Das Zeitalter des Wettbewerbs zwischen Microsoft und Apple ist vorbei.”

Übrigens gab es schon vor 1997 eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Microsoft und Apple. Der Macintosh-Computer schaffte den Durchbruch in erster Linie dank den Office-Programmen Excel und Word, geschrieben von Bill Gates. Als Microsoft selbst mit Windows auf den Markt kam, kam es zum Streit. Apple beschuldigte Microsoft, alle Punkte von Macintosh kopiert zu haben. Ein Gericht schützte jedoch Microsoft.

(rr)


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