Alles spricht gegen Wolfsburg

Vorab auch auf Diego Benaglio ruhen heute gegen Real Madrid die Wolfsburger Hoffnungen
Vorab auch auf Diego Benaglio ruhen heute gegen Real Madrid die Wolfsburger Hoffnungen © KEYSTONE/EPA DPA/BERND THISSEN
Zwei Schweizer in der Champions League stehen heute (20.45) vor einer Herkulesaufgabe. Diego Benaglio und Ricardo Rodriguez empfangen mit Wolfsburg den Rekordsieger Real Madrid.

Grösser ist die Diskrepanz zwischen zwei Mannschaften in keinem der diesjährigen Viertelfinals. Auf der einen Seite Wolfsburg, das einen Meistertitel und einen Cupsieg als Erfolge vorweisen kann und international noch nie für Furore gesorgt hat. Auf der anderen Seite Real Madrid, 32-facher Meister, 19-facher Cupsieger und mit zehn Triumphen Rekordsieger des bedeutendsten Europacups.

Verstärkt wird das Ungleichgewicht in Hinspiel noch durch den derzeitigen Formstand der beiden Teams. Real Madrid reiste nach einem Sieg im “Clasico” in Barcelona nach Wolfsburg. Die Deutschen verloren am Freitag in Leverkusen mit 0:3. Aus den letzten drei Bundesliga-Partien resultierte nur ein Tor und ein Punkt. Die dritte Champions-League-Teilnahme ist über die Meisterschaft kaum mehr zu erreichen.

“Real wird eher keine Angst vor dem VfL Wolfsburg haben”, resümierte Benaglio die Ausgangslage. Die Hoffnung des Goalies ist auch, dass Real Madrid, das bis auf Verteidiger Raphaël Varane auf alle Spieler zurückgreifen kann, die Wolfsburger unterschätzt. Darauf kann Trainer Dieter Hecking allerdings nicht bauen. Er wird sein formschwaches Team aber daran erinnern, wie gut es im Verlauf der Saison in der Champions League agiert hat, insbesondere vor eigenem Anhang. In der Volkswagen Arena hat Wolfsburg alle seine vier Partien gewonnen und dabei auch Manchester United geschlagen.

Im zweiten Viertelfinal vom Mittwoch treffen mit Paris Saint-Germain und Manchester City zwei Mannschaften aufeinander, die einiges gemeinsam haben. Beide haben dank Millionen aus dem Nahen Osten in den letzten Jahren einen fulminanten Aufstieg in der Liste der Reichsten gemacht. Paris Saint-Germain ist unter den europäischen Vereinen mit einem Budget von 480 Millionen Euro die Nummer vier, Manchester City mit gut 460 Millionen Euro die Nummer sechs.

Weder den PSG-Besitzern aus Katar noch den City-Eigentümern aus Abu Dhabi ist es aber bislang gelungen, mit ihren Mannschaften in die Halbfinals der Champions League vorzustossen. Manchester City mit dem Ende Saison scheidenden Trainer Manuel Pellegrini steht zum ersten Mal überhaupt unter den letzten acht, Paris Saint-Germain scheiterte in den letzten drei Saisons jeweils im Viertelfinal. Der französische Meister erreichte 1995 zum einzigen Mal die Halbfinals der Champions League, als noch der TV-Sender Canal Plus im Klub das Sagen hatte.

Bei Paris Saint-Germain, das leicht favorisiert ist, fehlt der italienische Mittelfeld-Organisator Marco Verratti. Der wichtigste Spieler ist aber an Board und in Form. Zlatan Ibrahimovic schoss am Wochenende einen Hattrick beim 4:1 gegen Nizza und erhöhte sein Treffer-Total nach dem 170. Einsatz für PSG auf 144. Manchester City, der letzte englische Verein im Wettbewerb, kann wieder auf den genesenen Kevin de Bruyne zählen, muss aber auf Abwehrchef Vincent Kompany, 60-Millionen-Mann Raheem Sterling und Mittelfeldmotor Yaya Touré verzichten.

(SDA)


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