Alter Frosch aus neuem Holz

Von Angela Müller
Nach seiner Restaurierung kehrt der Frosch wieder an seinen Platz im Mannenweiher zurück.
Nach seiner Restaurierung kehrt der Frosch wieder an seinen Platz im Mannenweiher zurück. © TAGBLATT/Benjamin Manser
Verfault und morsch war der Holzfrosch vom Mannenweiher in St.Gallen, als er letzten Sommer aus Sicherheitsgründen von der Schwimminsel abmontiert wurde. Nun sitzt er wieder an seinem angestammten Ort, vollständig erneuert und aus wetterfestem Eichenholz.

“Jee, das isch jo de gliich”, ruft Vreny Unger, als der Frosch am Montag für sie ausgepackt wird. Auch ihr Mann staunt: “Ich bin überwältigt”. Das Ehepaar hatte das Original in den späten 80er Jahren liebevoll in Handarbeit aus Lärchenholz geschnitzt.

Der gut verpackte Frosch mit dem Spitznamen “Flitz” wird von den beiden Bademeistern Michi Hanselmann und Renato Dietrich im Boot zur Schwimminsel gefahren. Der neue Frosch wurde mit modernster Technik geschaffen – mit einem 3D-Drucker eingescannt und mit der CNC-Fräse reproduziert. Speziell: Er ist nicht mehr aus Lärchenholz, sondern aus Eichenholz. “Dieses ist wesentlich härter und hält entsprechend länger”, sagt Felix Lehner von der Kunstgiesserei St.Gallen.

Modernste Technik und viel Handarbeit

Frisch aus der CNC-Fräse wies die Skulptur allerdings starke Maschinenspuren auf. “Die japanische Künstlerin Rumi Fukumato hat die Oberfläche nachbearbeitet und ihr so den letzten Schliff verpasst. Lackiert wurde das Holz mit Kunstharz in möglichst originalgetreuen Farben. “Ein ganzes Team hat sich dem Holzfrosch angenommen”, sagt Lehner. Die Figur lag den Leuten von der Kunstgiesserei offenbar am Herzen: “Sehr viele von uns gehen hier regelmässig schwimmen.”

Das stadtbekannte Wahrzeichen steht seit 1988 auf der Schwimminsel. 2002 war der Frosch ein erstes Mal morsch und vom Künstlerpaar aus Trogen ersetzt worden. Doch als dem Wahrzeichen letzten Sommer ein zweites Mal der Kopf abfaulte, konnte das Künstlerpaar die Arbeit aus Altersgründen nicht nochmals übernehmen.

Frosch zurück am “Lieblingsplatz”

“Die Kunstgiesserei hat sich bei uns gemeldet und uns verschiedene Vorschläge präsentiert”, sagt Roland Hofer, Leiter Bad St.Gallen. “Der Vorschlag, den Frosch aus Bronze zu giessen, hat bei uns im Departement viel zu reden gegeben. Wir haben uns jedoch für das Material Holz entschieden, weil es in diese Umgebung passt.”

Mit der Montage des neuen Froschs an seinem angestammten Platz wird ein neues Schild der städtischen Kampagne “Mein Lieblingsplatz” aufgehängt. “Das passt genau, weil der Frosch nun wieder an seinem Lieblingsort zurück ist”, sagt Roland Hofer.


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen