Andere Kasse für Tourismuswerbung

Mit der Bahn auf den Säntis und die Aussicht geniessen - das machen viele Touristen.
Mit der Bahn auf den Säntis und die Aussicht geniessen - das machen viele Touristen. © (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
In Appenzell Ausserrhoden wollen der Gewerbeverband und Gastronomen die Tourismusabgabe abschaffen – und von anderer Stelle Einnahmen erhalten. Das berichtet die “Ostschweiz am Sonntag”.

Der Ausserrhoder Gewerbeverband fordert die Abschaffung der kantonalen Tourismusabgabe und stellt sich damit hinter den Gastroverband. Künftig sollen laut Vorschlag nicht Restaurants und Hotels in Appenzell Ausserrhoden die Tourismuswerbung finanzieren, sondern die Steuerzahler.

Der Richtungswechsel bei der Finanzierung des revidierenden Tourismusgesetztes wird am Montag wird im Kantonsrat in zweiter Lesung diskutiert. Der Präsident des Ausserrhoder Gewerbeverbands, Rene Rohner, sagte gegenüber der “Ostschweiz am Sonntag”: “Die Förderung des Tourismus gehört für uns klar zum Service public und ist deshalb über allgemeine Steuern zu finanzieren.” Auch andere Dienstleister verdienen seiner Meinung nach an der touristischen Vermarktung.

Frage nach Service public

Doch viele andere Kantonsräte sehen in der Tourismusförderung keine öffentliche Aufgabe. Insofern werden sich die Befürworter des Vorschlags im Kantonsrat mitunter schwer tun. Eine deutliche Mehrheit der Kantonsräte befürwortete in erster Lesung ein nur leicht angepasstes Abgabesystem: Das sähe so aus, dass Hotels nur eine Pauschale pro Zimmer zahlen würden; die Gebühr für Restaurants würde sich nach der Fläche richten.

Die parlamentarische Kommission hat die Forderung des Gastroerbands bereits geprüft, hält aber weiterhin an der Tourismusabgabe fest. Bei der Abschaffung würden dem Kanton  Einnahmen in Höhe von 475 000 Franken entgehen.

Auch Reha-Kliniken im Fokus

Mit einem Kompromissvorschlag überrascht die parlamentarische Kommission: Sie will, dass auch Rehabilitationsbetriebe eine Abgabe bezahlen. Solche Betriebe würden von der kantonalen Tourismusförderung und den Tourismusinfrastrukturen mehr profitieren als die Allgemeinheit. (red)

 

 


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