Cancellara verpasst bei Tour-Derniere den erhofften Etappensieg

Fabian Cancellara reichte es nicht zum Sieg, aber wenigstens als Dritter aufs Podest
Fabian Cancellara reichte es nicht zum Sieg, aber wenigstens als Dritter aufs Podest © KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Aus dem erhofften 12. Etappensieg von Fabian Cancellara bei seiner Derniere an der Tour de Suisse wird nichts. Der Berner beendet das Zeitfahren in Davos als Dritter und verkündet danach den Ausstieg.

Nur zu gerne hätte Cancellara seine letzte Tour de Suisse, die ihm in all den Jahren “so viel gegeben hat”, mit einem Sieg beendet. Dementsprechend geknickt zeigte er sich unmittelbar nach dem Rennen. “Die Enttäuschung ist sehr gross. Dieser 3. Rang befriedigt mich überhaupt nicht”, ordnete Cancellara seine Gefühle ein, nachdem er zuvor während fast zwei Stunden mit der Bestzeit im Rücken dem Etappenerfolg entgegen gefiebert hatte.

Wegen des beträchtlichen Zeitrückstands im Gesamtklassement musste Cancellara den technisch anspruchsvollen Parcours rund um die Stadt in den Bündner Bergen bereits früh in Angriff nehmen, lange vor den Favoriten um den Gesamtsieg. Beim Niederländer Wilco Kelderman, der als neuntletzter Fahrer gestartet war, kam Cancellara erstmals ins Zittern. Am Ende entschieden 1,67 Sekunden zu Gunsten des Schweizers. Fünf Fahrer später war es dann um den Trek-Profi geschehen: Der Spanier Ion Izagirre verbesserte Cancellaras Bestmarke gleich um 19 Sekunden.

Dass sich wenig später auch noch der Kolumbianer Angel Lopez vor Cancellara setzte, war ihm egal. Der erhoffte Sieg war ohnehin weg. Es wäre sein zwölfter bei der Schweizer Landesrundfahrt gewesen, der achte im Kampf gegen die Uhr. Damit hätte er sich vor die legendären Ferdy Kübler und Hugo Koblet gesetzt, die beide ebenfalls elfmal reüssiert haben. Besser ist einzig der slowakische Strassen-Weltmeister Peter Sagan, der nach seinen zwei Erfolgen in dieser Woche auf 13 Tagessiege kommt.

Einen Fehler konnte der dreifache Zeitfahr-Weltmeister bei seiner Fahrt nicht ausmachen. “Ich bin etwas verhalten losgefahren, habe den Rhythmus nicht gleich gefunden. Erst am Ende lief es richtig rund.” Wenn man aber die letzten Tage berücksichtige, mit dem schlechten Wetter und den anspruchsvollen Bergetappen, sei dies normal. “Schlussendlich geht es allen gleich”, meinte Cancellara, der in der Abfahrt hinunter nach Davos eine Spitzengeschwindigkeit von 116 km/h erreicht hatte. “Zum Glück hatte es keine Radarkontrolle, sonst wäre ich wohl den Fahrausweis los”, war er während seiner langen Wartezeit noch zum Scherzen aufgelegt.

Als nächstes stehen für Cancellara am nächsten Mittwoch die Schweizer Meisterschaften im Zeitfahren an. Die bergige Schlussetappe vom Sonntag lässt er in Absprache mit seinem Team Trek aus. Stattdessen möchte er in seiner Disziplin, mit der er gross geworden sei, im nationalen Vergleich nochmals reüssieren.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen