Anonymer poltert gegen Feierabendbar

Einigen Anwohnern scheint die Stallbar ein Dorn im Auge zu sein...
Einigen Anwohnern scheint die Stallbar ein Dorn im Auge zu sein... © zVg
Ein Flyer eines anonymen Verfassers kursiert in den Strassen von Jona. Er nervt sich an einer neuen Feierabendbar und ruft Nachbarn dazu auf, sich bei der Stadt über die Bar zu beschweren. In den sozialen Medien wird der Flyer heiss diskutiert.

«Typisch. Da stellt man einmal etwas Gutes auf die Beine und schon ruft man Gegner auf den Plan. Die Beschwerer sollen auf eine Alp ziehen, aber Achtung, dort gibt’s Kuhglocken», oder «eine Stadt zu sein und eine Stadt sein zu wollen sind zwei Paar Schuhe. Ich hoffe, dass die Bar bleibt und Jona endlich so denkt wie eine Stadt», sind nur zwei der vielen Kommentare, die der Post des Flyers auf Facebook erhielt.

Mit dem Flyer fordert ein anonymer Verfasser dazu auf, sich bei der Gemeinde zu melden, falls man sich von der Bar gestört fühle. Der GLP-Präsident von Rapperswil-Jona, Nils Rickert, hat den Post in der Facebook-Gruppe «Fans von der Stallbar Jona» veröffentlicht.

Mail-Krieg

Nun fordern auch die Befürworter der «Stallbar » dazu auf, Mails an die Stadtverwaltung von Rapperswil-Jona zu senden, schreibt die “Zürichsee-Zeitung“. Der Betreiber der Stallbar, Nico Brunner, ist enttäuscht, dass der anonyme Ausrufer sich nicht persönlich bei ihm gemeldet hat. «Wären es viele Joner, die sich an dem Lärm stören, würde ich ihnen entgegenkommen», erklärt der Barbesitzer gegenüber FM1Today. Viele Facebook-Fans der Stallbar seien davon begeistert, dass endlich wieder Leben in die Stadt kommt. «Früher war es in der gesamten Stadt um 20 Uhr still. Mit der Stallbar habe ich eine Feierabend-Bar für die einheimische Bevölkerung geschaffen», sagt Nico Brunner.

Überwältigt von Reaktionen

«An Spitzentagen hatten wir diesen Sommer rund 200 Gäste», sagt Nico Brunner. Da kann es auch in den späteren Stunden mal laut werden. Um 22 Uhr stellt Nico Brunner aber die Musik draussen ab. Bisher gab es laut Zürisee-Zeitung eine Lärmklage. Als die Polizei eintraf, war die Bar aber bereits geschlossen und die letzten Besucher auf dem Heimweg. Nico Brunner freut sich sehr, dass diesen Sommer so viele Gäste bei ihm waren. «Das zeigt auch, dass Jona eine solche Bar gebraucht hat.» Nächsten Sommer wird er seine Beiz auf jeden Fall wieder öffnen.

Problem vertagt

In zwei Wochen ist für dieses Jahr aber Schluss in der Stallbar. Weil die Beiz nicht geheizt werden kann, ist sie über den Winter geschlossen. Das vermeintliche «Lärmproblem» in Jona wird somit auf nächstes Jahr vertagt.

(enf)


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