«Anschlag» auf Bienen wird aufgeklärt

Die drei Bienenstöcke der Firma Schöttli befinden sich vor dem Eingang des Unternehmens.
Die drei Bienenstöcke der Firma Schöttli befinden sich vor dem Eingang des Unternehmens. © zVg
Bei der Firma Schöttli in Diessenhofen ist ein Angriff auf drei Bienenstöcke verübt worden. Tausende Bienen haben nicht überlebt. Der Vorfall sorgt für verbreitetes Kopfschütteln – und eine Anzeige bei der Polizei.

Mehr als ein Drittel von dem, was Menschen essen, gäbe es nicht ohne Bienen. Aber mittlerweile geht es Bienen auf der ganzen Welt schlecht – was wiederum die gesamte Menschheit betrifft. Einstein soll gesagt haben: «Wenn die Bienen aussterben, sterben vier Jahre später auch die Menschen aus.»

Die Thurgauer Firma Schöttli hat auf Initiative der Geschäftsleitung im vergangenen Jahr drei Bienenstöcke angeschafft. «Wir wollten ein Zeichen für die Umwelt setzen», erzählt Logistikleiter Martin Bischof. «Auch möchten wir Wert auf Nachhaltigkeit legen und hatten zusätzlich die Idee, unsere Kunden mit dem eigens erzeugten Honig zu erfreuen.»

Völlig unsinnige Tat

Schöttli hat seinen Sitz im Industriegebiet Grossholz in Diessenhofen TG. Die Firma erzeugt Spritzgiesswerkzeug und Systemlösungen für medizinische Applikationen. Ein Mitarbeiter kümmert sich nebenbei als Imker um die drei Bienenstöcke, die im Eingangsbereich des Geländes abgestellt sind. Als dieser Mitarbeiter im Oktober in den Ferien gewesen ist, passierte es: Jemand hat mit dem Fuss kräftig gegen die Kästen getreten, schreibt die Thurgauer Zeitung.

Die Bienenstöcke, welche die Firma gepflegt hat, wurden stark beschädigt, bestätigt Martin Bischof gegenüber FM1Today. «Zu 99 Prozent sind zwei der drei Stöcke zerstört». Dadurch, dass gegen die Behälter eingeprescht worden ist, wurden die Öffnungen versperrt. Mindestens 3000 Bienen, die sich während jener Zeit draussen aufhielten, konnten keinen Eingang mehr finden und sind in der Kälte gestorben.

Kamera hat alles gefilmt

Das Unternehmen hat Anzeige wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung erstattet, bestätigt der Polizeiposten Diessenhofen. Die Ermittlungen sind am Laufen. «Derzeit wird auch geprüft, ob es auch eine Anzeige wegen Vandalismus geben kann», lässt Martin Bischof wissen.

Bisher gäbe es keine konkreten Verdächtigen. Allerdings sei der Vorfall durch die Sicherheitskamera, die beim Eingang des Unternehmens angebracht ist, gefilmt worden. Das Videomaterial wurde der Polizei übergeben.

Vorsatz muss bewiesen werden

Die Chance, den oder die Täter zu fassen, ist also intakt. Schwierig wird jedoch, jenen Personen nachzuweisen, dass sie die Bienen absichtlich töten wollten. Die Polizei in Diessenhofen möchte dem Fall jedenfalls genau nachgehen und hat sich an einen unabhängigen Bieneninspektor gewendet. Dieser soll abklären können, wodurch die Bienen definitiv umgekommen sind.

«Der Fall ist kein einfacher», lässt die Polizei wissen. Auch deshalb, weil Bienen nicht unter das Tierschutzgesetz fallen. Eine Anzeige wegen Tierquälerei fällt deswegen flach.

(cla)

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