Appenzeller Bloggerin: «Ich habe nie nur Ferien»

Weiss sich in Szene zu setzen: Minea Jud alias Aenym Blaze.
Weiss sich in Szene zu setzen: Minea Jud alias Aenym Blaze. © instagram.com/aenymblaze
Die Appenzellerin Minea Jud alias Aenym Blaze gehört zu den bekanntesten Lifestyle-Bloggerinnen der Schweiz. Wir haben sie gefragt, was hinter den perfekten Instagram-Bildern steckt. 

«Für Firmen ist es attraktiv, über mich Werbung zu machen», sagt die 23-jährige Minea Jud vom Blog Aenym Blaze. Minea geht mit Unternehmen, deren Produkte ihr gefallen, Kooperationen ein und bewirbt diese auf ihrem Blog und ihren sozialen Kanälen. «Ich sage die meisten Anfragen ab», so die Appenzellerin. Zu 50 Prozent ist sie selbständige Bloggerin, den Rest ihres Einkommens verdient sie sich in einer Social-Media-Agentur. «Ich könnte von meinem Job als Bloggerin leben. Aber so habe ich die Freiheit, zu entscheiden, welche Kooperationen ich annehmen möchte. Mein Zweitjob erlaubt es mir, authentisch zu bleiben.»

Mineas Karriere startete mit einer kaufmännischen Lehre in Teufen. Als 19-Jährige holte sie sich erstmals Inspiration auf Instagram und postete eigene Bilder. «Am Anfang war es nur ein Hobby. Ich hätte nie gedacht, dass das irgendwann mein Beruf wird.» Heute gehört Aenym Blaze zu den grössten Schweizer Blogs; auf Instagram hat Minea über 61’000 Abonnenten.

Viel Kritik zum Start

Den Hauptgrund für ihren Erfolg sieht die Ostschweizerin darin, dass sie so früh mit Instagram und Co. begonnen hat. «Vor vier Jahren gab es in der Schweiz kaum jemanden, der so viele Bilder von sich postete.» Sie sei – vor allem zu Beginn – oft belächelt worden, weil sie so viel von sich im Netz preisgab. «Ich bin aber froh, dass ich das gemacht habe. Heute ist es viel schwieriger, sich auf Instagram einen Namen zu machen, weil es so viele Blogger gibt.»

Minea Jud sieht sich nicht als Model. «Ich gebe mein Gesicht oder meinen Körper nicht irgendeiner Marke. Ich habe zwar ab und zu Shootings, ich inszeniere aber nur das, was ich im Alltag tragen würde.» Der 23-Jährigen, die bald in die Innerschweiz zieht, liegt viel daran, sich ein Konzept für jedes Produkt zu überlegen. «Ich will nichts plump in die Kamera halten.»

Wichtige Interaktion mit Followern

Scrollt man durch Mineas Instagram-Feed, könnte man meinen, ihr Leben bestehe nur aus Luxusferien. Die Realität sieht aber anders aus, wie die Appenzellerin berichtet: «Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht arbeite. Ich habe nie einfach Ferien und sonne mich am Strand. Aber ich habe das Glück, einen Job zu haben, der mir Spass macht.» Die ganzen Nachrichten und Telefonate seien nicht zu unterschätzen. «Ich möchte meinen Followern immer antworten. Das ist wichtig, denn sie sind die Leute, die mich auf dem Markt attraktiv machen.» Sie sei nicht immer so happy, wie sie sich auf den Bildern gebe. «Wir sind auch nur Menschen und haben unsere Tiefs.»

Bloggerin beziehungsweise Blogger ist laut Minea kein Beruf. «Das Ganze ist Learning by Doing.» Eine Ausbildung zu machen, war ihr wichtig – «ich sehe momentan noch kein Ende des Business’, aber man weiss ja nie».

Eindrücke von Mineas Instagram-Kanal erhältst du in der Bildergalerie.

(lag/hob)


Newsletter abonnieren