Übernahmepoker um Sharp geht weiter

Ein Sharp-Bildschirm in einem Geschäft in Taiwan: In den letzten Jahren hat der traditionsreiche japanische Konzern bei solchen Produkten harte Konkurrenz aus China erhalten und ist tief in die roten Zahlen geraten. Nun ist ein Investorenpoker um die Zukunft von Sharp entbrannt (Archiv).
Ein Sharp-Bildschirm in einem Geschäft in Taiwan: In den letzten Jahren hat der traditionsreiche japanische Konzern bei solchen Produkten harte Konkurrenz aus China erhalten und ist tief in die roten Zahlen geraten. Nun ist ein Investorenpoker um die Zukunft von Sharp entbrannt (Archiv). © KEYSTONE/EPA/DAVID CHANG
Der Poker um den Sharp geht weiter: Während der Foxconn-Chef am Freitag verkündete, er habe vom angeschlagenen japanischen Elektronikriesen den Vorzug in den Übernahmeverhandlungen erhalten, folgte unmittelbar darauf das Dementi von Sharp.

Man habe Foxconn ein solches Recht nicht gegeben, setze aber die Gespräche mit dem taiwanesischen Konzern fort, hiess es. Innerhalb des nächsten Monats werde mit einem abschliessenden Ergebnis gerechnet. Am Vortag hatte Sharps Präsident Kozo Takahashi erklärt, man konzentriere sich auf Verhandlungen mit Foxconn.

Foxconn mit seinen riesigen chinesischen Fabriken ist der grösste Auftragsproduzent der Welt und vor allem als Lieferant des IT-Riesen Apple bekannt. Die Taiwanesen bieten jüngsten Berichten zufolge umgerechnet sechs Milliarden Dollar für Sharp. Das ist mehr als das Doppelte dessen, was der von der japanischen Regierung gestützte Fonds Innovation Network Corporation of Japan (INCJ) an Investitionen vorgeschlagen hatte.

Experten hatten INCJ lange als Favoriten gesehen. Denn die japanische Regierung will verhindern, dass Sharps Technologie in ausländische Hände gerät. Sollte am Ende Foxconn den Zuschlag erhalten, wäre dies Medienberichten zufolge die grösste Übernahme eines japanischen Produktionsunternehmens aus dem Ausland.

Der 1912 gegründete Sharp-Konzern, der einst mit der Erfindung des Druckbleistifts bekannt wurde, steckt tief in der Krise. Schwindende Umsätze mit LCD-Bildschirmen, Aquos-Fernsehern, Taschenrechnern, Hausgeräten und Smartphones haben den Schuldenberg auf umgerechnet knapp 4,5 Milliarden Franken wachsen lassen. Nach hohen Verlusten stand zeitweise sogar der Fortbestand des Konzerns in Frage.

(SDA)


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