Apple zahlt 318 Millionen Euro in Italien nach Steuerermittlungen

Meister im Steuersparen: Apple. Zeitungsberichten zufolge kommt Apple mit seiner Zahlung an die italienischen Behörden gut davon.
Meister im Steuersparen: Apple. Zeitungsberichten zufolge kommt Apple mit seiner Zahlung an die italienischen Behörden gut davon. © KEYSTONE/EPA/MONICA DAVEY
Der US-Technologiekonzern Apple zahlt nach Ermittlungen wegen Steuerbetrugs in Italien einen Millionenbetrag. Die Apple-Niederlassung Italien werde 318 Millionen Euro überweisen, teilte die italienische Steuerbehörde am Mittwoch mit.

Laut einem Bericht der Zeitung “La Repubblica” hatten die Behörden dem US-Konzern vorgeworfen, von 2008 bis 2013 keine Steuern auf seine Gewinne in Italien gezahlt zu haben.

Insgesamt gehe es um 880 Millionen Euro, die Apple dem italienischen Staat schulde, berichtete “La Repubblica”. In monatelangen Verhandlungen habe Apple die Summe auf 318 Millionen Euro gedrückt. Ein Sprecher der Steuerbehörde bestätigte die Millionensumme, wollte aber keine Einzelheiten nennen. Apple Italia war für einen Kommentar zunächst nicht zu erreichen.

Apple und andere grosse US-Konzerne wie Amazon oder Facebook werden immer wieder beschuldigt, mit ihren legalen “Steueroptimierungen” grosse Summen an Steuern zu sparen – nicht nur in Europa, auch in den USA. Sie wählen als Hauptsitz zum Beispiel Länder, in denen die Besteuerung sehr niedrig ist. Apple, Google, Microsoft oder Facebook etwa zahlen in Europa ihre Steuern in Irland; dort werden 12,5 Prozent auf Unternehmensgewinne fällig. Italien besteuert Gewinne dagegen mit 27,5 Prozent.

Im vergangenen Jahr hatte ein internationales Recherchenetzwerk über hunderte Fälle (Luxleaks) berichtet, in denen multinationale Konzerne in Luxemburg auf Kosten anderer EU-Länder Steuerzahlungen vermeiden.

Die EU-Kommission wurde tätig. Im Oktober erklärte sie, wegen illegaler Steuerdeals müssten der italienische Autobauer Fiat und der US-Kaffeehauskonzern Starbucks jeweils bis zu 30 Millionen Euro nachzahlen. Anfang Dezember startete die Kommission dann eine Untersuchung möglicher Steuertricks in Luxemburg zugunsten des Fastfood-Giganten McDonald’s – mit Untersuchungen gegen weitere Konzerne wird gerechnet.

Auch die Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) verabschiedeten Mitte November einen von der OECD vorgelegten Plan zur Bekämpfung der Steuervermeidung internationaler Konzerne, an dem auch die Schweiz beteiligt ist.

Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vermeiden Unternehmen durch die optimierte Ausnutzung unterschiedlicher nationaler Steuergesetzgebungen “konservativ geschätzt” zwischen 100 und 240 Milliarden US-Dollar jährlich.

Das entspricht zwischen vier und zehn Prozent der weltweiten Körperschaftssteuereinnahmen. Mit Hilfe von 15 Einzelmassnahmen soll künftig sichergestellt werden, dass Unternehmen ihre Steuern in den Ländern entrichten, in denen sie auch ihre Einnahmen erzielen.

(SDA)


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