Araber nach Messerattacke auf Polizisten erschossen

Die Sicherheitslage in Jerusalem ist angespannt. Die jüngste Messerattacke ereignete sich beim Löwentor, dem Eingang zur Jerusalemer Altstadt (Archiv)
Die Sicherheitslage in Jerusalem ist angespannt. Die jüngste Messerattacke ereignete sich beim Löwentor, dem Eingang zur Jerusalemer Altstadt (Archiv) © /EPA/JIM HOLLANDER
Nach einer neuerlichen Messerattacke in Jerusalem ist ein Angreifer getötet worden. Ein Araber habe am Montag auf einen Polizisten eingestochen, der dank seiner Schutzweste aber nicht verletzt worden sei, teilte die Polizei mit. Andere Sicherheitskräfte hätten den Mann erschossen.

Ob es sich um einen Palästinenser oder einen israelischen Araber handelte, war zunächst unklar. Der Vorfall ereignete sich beim Löwentor am Eingang zur historischen Altstadt von Jerusalem.

Erst am Sonntag hatte ein israelischer Araber bei einer Messerattacke in einem nordisraelischen Kibbuz vier Israelis verletzt. Der 20-Jährige war zunächst mit seinem Auto in den Kibbuz Gan Schmuel gerast und stach dann auf die Juden ein, wie die Polizei mitteilte. Eine 19-Jährige wurde lebensgefährlich verletzt, ein 14-jähriges Mädchen und zwei Männer im Alter von 20 und 45 Jahren wurden leichter verletzt. Der Angreifer wurde festgenommen.

Seit dem 1. Oktober, an dem im Westjordanland zwei israelische Siedler getötet worden waren, wurden inzwischen bei zahlreichen Zwischenfällen vier weitere Israelis und mehr als 20 Palästinenser getötet. Unter den getöteten Palästinensern waren mehrere, die Messerangriffe auf Juden verübt hatten. Die Gewalt hat auch auf den Gazastreifen übergegriffen.

Die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini hatte am Sonntag vor einer weiteren Eskalation der Gewalt in Nahost gewarnt. Sie habe ihre Besorgnis in Telefonaten mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zum Ausdruck gebracht.

Die “Terrorakte müssen gestoppt” und “unverhältnismässige Reaktionen vermieden” werden, teilte Mogherini im Kurznachrichtendienst Twitter mit. In den Telefonaten habe sie die Notwendigkeit betont, provozierendes Handeln zu unterlassen. “Es sind bereits zu viele Menschen gestorben”, hiess es in einer Mitteilung ihres Büros.

Mogherini rief die Konfliktparteien darin auch zu einer raschen Wiederbelebung eines “glaubwürdigen politischen Prozesses” auf. Dies sei der einzige Weg, die Situation zu beruhigen. (SDA)


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