Arbeitsmarktbarometer als Spiegel der Unsicherheit

Die Pharmabranche rechnet mit einem Anstieg ihrer Belegschaften im kommenden Quartal (Symbolbild).
Die Pharmabranche rechnet mit einem Anstieg ihrer Belegschaften im kommenden Quartal (Symbolbild). © KEYSTONE/GAETAN BALLY
Die Personalverantwortlichen in Schweizer Unternehmen sind unsicher, was die konjunkturellen Aussichten betrifft. Deshalb machen sie im neuesten Manpower Arbeitsmarktbarometer keine Aussagen zum Personalbedarf für das kommende Quartal.

Das Manpower Arbeitsmarktbarometer für das erste Quartal 2016, das am Dienstag veröffentlicht wurde, zeigt, dass 91 Prozent der 750 befragten Arbeitgeber keine Veränderung ihrer Personalsituation erwarten.

Dieses Bild ist als Nullaussage zu werten und für die Verantwortlichen bei Manpower ungewöhnlich: “Normalerweise haben wir eindeutige Aussagen”, sagt ein Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Das gilt umso mehr, als bereits in der Befragung für das vierte Quartal des laufenden Jahres 88 Prozent der Personalmanager keine Änderung der Personalsituation erwarteten. Damit machen die Befragten deutlich, dass sie unsicher sind über die konjunkturelle Entwicklung und deshalb keinen Entscheid treffen zu ihrem jeweiligen Personalbedarf.

Dennoch lässt sich die Befragung für das erste Quartal 2016 mit einem leichten positiven Vorzeichen betrachten. Denn saisonbereinigt zeigt sich die Netto-Arbeitsmarktprognose mit einem leichten Plus von 1 Prozent. “Das relativ günstige Beschäftigungsklima in der Eurozone könnte auf einen möglichen Wachstumsschub in den kommenden Monaten hinweisen – das wäre zweifellos auch für den Schweizer Arbeitsmarkt ein positives Signal”, sagt Patrick Maier, General Manager bei Manpower Schweiz in der Mitteilung.

Uneinheitlich und deshalb wenig aussagekräftig sind die Prognosen für das erste Quartal 2016, wenn man sie nach Wirtschaftssektoren betrachtet. Von den vier der zehn Sektoren, die einen Anstieg ihrer Belegschaft erwarten, zeigt sich ausgerechnet die Industrie mit einer Netto-Arbeitsmarktprognose von plus 10 Prozent am optimistischsten.

Das ist überraschend, weil gerade dieser exportabhängige Sektor am meisten unter dem starken Schweizer Franken leidet. Bei Manpower heisst es, dass sich in der Befragung der Sektor Industrie durch eine grosse Bandbreite auszeichnet.

Branchen wie Chemie, Textil, Lebensmittel, Elektro oder Pharma sind hier zusammengefasst. Schwergewichte, wie die Pharmaindustrie prägen das Bild und sorgen für den positiven Ausblick, während andere Bereiche mit einer negativen Einschätzung untergewichtet bleiben.

Ähnlich überraschend ist die Betrachtung der Befragung nach Regionen. Hier fällt besonders die Zentralschweiz auf, die für das erste Quartal 20216 mit einer Zunahme der Beschäftigung von 6 Prozent rechnet. “Dafür haben wir keine Erklärung”, sagt der Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Eine Zunahme erwartet auch die Region Zürich, während die Ostschweiz, das Tessin, die Genferseeregion und der Espace Mittelland pessimistisch ins nächste Quartal blicken.

(SDA)


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