Areal-Besitzer fühlen sich doppelt geprellt

Von Angela Müller
Tiefe Gräben werden ins Raduner-Areal in Horn gegraben.
Tiefe Gräben werden ins Raduner-Areal in Horn gegraben. © TVO
Ein Jahr nach dem Brand auf dem Raduner-Areal in Horn ist noch vieles ungeklärt. Auch wenn die Staatsanwaltschaft Thurgau von Brandstiftung ausgeht, werfen die Gebrüder Peterhans der Gemeinde vor, sich zu wenig um den Brandschutz gekümmert zu haben. Das sind nicht die einzigen Vorwürfe der Liegenschaftsbesitzer.

Rund ein Drittel des Raduner-Areals in Horn, auf dem es genau vor einem Jahr gebrannt hatte, gehört den Brüdern Walter und Reto Peterhans. Sie vermieteten hier eine Wohnung und diverse Gewerbeobjekte. Und sie erheben Vorwürfe gegen die Gemeinde Horn: “Die Gemeinde hat ihre eigenen Feuerschutzauflagen nie durchgesetzt”,  sagte Reto Peterhans bereits kurz nach dem Brand.

Kein Durchkommen für die Feuerwehr

Peterhans weist daraufhin, dass er bereits drei Jahre vor dem Brand sowohl die Gemeinde Horn als auch die Nachbarin, die Firma Eberhard Bau AG, per Einschreiben gewarnt hatte. “Doch nichts ist passiert.”

Grundstückbesitzer Reto Peterhans sieht sich nach dem Brand doppelt geschädigt. © (Archiv)Tagblatt/Reto Martin

Grundstückbesitzer Reto Peterhans hat schon lange vor dem Brand gewarnt. © (Archiv)Tagblatt/Reto Martin

Reto Peterhans hat kürzlich Akteneinsicht in einen Kontrollbericht des kommunalen Feuerschutzamtes vom Mai 2012 erhalten. Darin wird festgehalten, dass es bei einem Brandereignis auf der Nachbarparzelle wegen der “blockierten Zugänge für die Feuerwehr und die andere Rettungkräfte unmöglich und zu gefährlich ist, an die Gebäude des Peterhans-Areals zu gelangen”.

Bruno Villiger, Kommandant der Feuerwehr Horn, widerspricht: “Der Brand war von Anfang an so gross, dass die Feuerwehr nicht zu nah herangehen konnte. Zumal wir schnell wussten, dass sich niemand auf dem Areal befindet.” Zu diesen Vorwürfen möchte Gemeindeammann Thomas Fehr zurzeit keine Stellung nehmen.

Areal-Entwicklung behindert

Walter und Reto Peterhans sehen sich gleich doppelt geprellt: “Eine grenznahe Brandruine wurde bis heute nicht abgerissen. Dies und die durch die Tieffbauarbeiten verursachten Gebäudesenkungen haben eine Sanierung der Wohnung und der Gewerbeflächen behindert. Die Besitzerin des grösseren Teil des Areals, die Baufirma Eberhard AG, saniert zurzeit ihr eigenes Areal. Die Arbeiten sollten bis Ende Jahr abgeschlossen sein.

“Betreffend der Gebäudeschäden und der Ertragseinbussen müssen wir uns eine Schadenersatzklage gegenüber der Eberhard Bau AG und notfalls auch gegen die kommunalen und kantonalen Feuerschutzbehörden vorbehalten”, sagt Peterhans.


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