Argentinien mit Messi in der Favoritenrolle

Argentiniens Captain Lionel Messi im letztjährigen Halbfinal der Copa America gegen Paraguay
Argentiniens Captain Lionel Messi im letztjährigen Halbfinal der Copa America gegen Paraguay © KEYSTONE/AP/SILVIA IZQUIERDO
Aufgrund des 100-Jahr-Jubiläums des südamerikanischen Verbandes findet nur ein Jahr nach der letzten Copa America erneut ein Turnier statt. Favorit der “Copa Centenario” ist Argentinien.

Reicht es Lionel Messi dieses Mal? Vielleicht war die Chance nie grösser als bei dieser aussergewöhnlichen Copa America, um mit Argentinien einen Titel zu gewinnen. Messi & Co. starten in den USA als grosser Favorit ins Turnier und streben den ersten Titel seit 1993 an. Denn während die Argentinier von gewichtigen Absenzen verschont geblieben sind, hat die Konkurrenz Probleme verschiedener Art.

So muss Brasilien auf Neymar und den wegen einer Oberschenkelverletzung ausfallenden Kaka verzichten, bei Uruguay wird Luis Suarez bestenfalls ab der K.o.-Phase mitmachen. Chile, der Sieger der letztjährigen “regulären” Copa America, ist nach dem Trainerwechsel von Jorge Sampaoli zu Juan Antonio Pizzi in einer Findungsphase, und den Kolumbianern ist vom hochkarätigen Offensiv-Trio nur Carlos Bacca geblieben, weil Radamel Falcao fast dauerhaft verletzt ist und sich Jackson Martinez mit seinem Wechsel im Januar nach China selbst um einen Platz im Nationalteam gebracht hat.

Doch selbst wenn Argentinien im Final vom 26. Juni in East Rutherford (New York) triumphieren sollte, fragt sich, was dieser Titel wert ist. Erst vor einem Jahr hatte in Chile eine hoch emotionale und dramatische Copa America stattgefunden. Vielen Stars (und europäischen Klubs) passt der Termin – gleichzeitig mit der EM – gar nicht in die Agenda. Der eigentliche Vier-Jahres-Rhythmus wurde durchbrochen, weil der südamerikanische Kontinentalverband in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert.

Dass das in der Nacht auf Samstag beginnende Turnier dabei gar nicht in Südamerika ausgetragen wird, ist auf die deutlich bessere Stadioninfrastruktur in den USA zurückzuführen. Ausserdem ist es ein weiterer Schritt auf dem Weg der intensiven Zusammenarbeit zwischen den Verbänden Südamerikas (CONMEBOL) sowie Nord-/Mittelamerikas und der Karibik (CONCACAF). Schon seit über 20 Jahren nimmt beispielsweise Mexiko regelmässig an der Copa America teil.

Beim Jubiläumsturnier sind nun sogar sechs Teams aus dem Verband CONCACAF dabei. Neben Gastgeber USA und Mexiko sind dies Costa Rica als Sieger des zentralamerikanischen Cups 2014 und Jamaika als Gewinner der Karibik-Meisterschaft 2014 sowie Haiti und Panama, die sich über die letztjährige Nordamerika-Meisterschaft, den Gold Cup 2015, qualifiziert haben.

Dieser fand quasi als Hauptprobe im letzten Sommer in den USA statt – und endete für den Gastgeber mit einer Blamage. Das Team von Jürgen Klinsmann würgte sich durch das Turnier und schied letztlich in den Halbfinals gegen Jamaika aus. Diese Enttäuschung ist überwunden, die USA bekommen nun die Gelegenheit, mit einem guten Turnier gegen namhafte Gegner der Fussball-Bewegung im Land einen nächsten Schub zu verleihen. “Das ist das wichtigste Turnier für die USA seit der Heim-WM 1994”, sagte Klinsmann.

Die amerikanischen Veranstalter geben dem Soccer in den nächsten Wochen jedenfalls eine grosse Bühne. Denn gespielt wird nicht in den kleineren Stadien der Klubs der Major League Soccer, sondern in den grossen Arenen des American Football – mit Kapazitäten von durchwegs mehr als 60’000 Plätzen.

Copa America 2016 in den USA. Gruppe A: USA, Kolumbien, Costa Rica, Paraguay. – Gruppe B: Brasilien, Ecuador, Haiti, Peru. – Gruppe C: Mexiko, Uruguay, Jamaika, Venezuela. – Gruppe D: Argentinien, Chile, Panama, Bolivien.

Vorrunde: 3. bis 14. Juni. – Viertelfinals: 16. bis 18. Juni. – Halbfinals: 21. bis 22. Juni. – Final (in East Rutherford): 26. Juni.

(SDA)


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