Armeechef warnt vor Terror

André Blattmann bei einer Medienkonferenz im 2013.
André Blattmann bei einer Medienkonferenz im 2013. © KEYSTONE/Marcel Bieri
Armeechef André Blattmann sieht wachsende Terrorgefahren auch hierzulande und warnt vor zunehmenden sozialen Schieflagen in der Schweiz. Man habe viel zu viel gespart, das räche sich jetzt.

Erstmals seit den Anschlägen von Paris im November hat sich Korpskommandant André Blattmann, Chef der Armee, zur veränderten Bedrohungslage für die Schweiz geäussert.
Die «sicherheitspolitischen Ereignisse haben sich in den letzten zwei Jahren überschlagen», sagt der oberste Militär in einem Gastbeitrag für die «Schweiz am Sonntag». Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund räche sich nunmehr, dass im Bereich Militär und Sicherheit gespart worden sei: «Die Substanz zur Verteidigung wurde verringert.»

Gefahren auf verschiedenen Ebenen

Dabei sei bis zu diesem Zeitpunkt die Bedrohungslage komplexer geworden. «Selbst wenn wir heute (noch) nicht direkt von den kriegerischen Ereignissen auf der Welt betroffen sind, die Auswirkungen sind bereits bei uns angekommen», so Blattmann weiter.

Er analysiert auf breiter Ebene: «Die Terrorbedrohung steigt, hybride Kriege werden rund um den Erdball ausgefochten, die wirtschaftlichen Aussichten verdüstern sich, die resultierenden Migrationsströme – Kriegsvertriebene und Wirtschaftsflüchtlinge – haben bereits ungeahnte Masse angenommen.»

“Aggressives Vokabular”

Und nach seiner Einschätzung «steigen die Risiken doppelt», weil auch die ökonomischen und sozialen Brennpunkte ins Kalkül gezogen werden müssten: Zum schwächeren Wirtschaftsverlauf käme noch die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt hinzu: «Soziale Unruhe kann nicht ausgeschlossen werden, das Vokabular wird gefährlich aggressiv.»

Vor dem Hintergrund seiner Analyse zieht er in seinem Beitrag ein ernüchterndes Fazit: «Die Mixtur wird zunehmend unappetitlich. Die Grundlagen unseres Wohlstandes sind seit langem wieder einmal in Frage gestellt.» Und dabei erinnert der Armeechef schlussendlich sogar an die Erfahrungen von 1939/45.

(red)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen