Asylbetreuungs-Firmen wehren sich gegen Vorwürfe

Empfangszentrum in Altstätten
Empfangszentrum in Altstätten © Tagblatt/Ralph Ribi
Im Linthgebiet tobt ein Streit um die Betreuung von Asylsuchenden. Die «Obersee Nachrichten» stellen die beiden Asylbetreuungs-Firmen ORS Service AG und ABS Betreuungsservice AG öffentlich an den Pranger. Diese würden die missliche Lage von Asylsuchenden ausnützen um damit Geld zu verdienen, so der Vorwurf. Nun schlagen die beiden Firmen zurück und haben juristische Schritte eingeleitet.

“Die ORS Service AG ist eine politisch und religiös neutrale Organisation, die sich auf die Betreuung und Unterbringung von Asylsuchenden und Flüchtlingen spezialisiert hat. Dabei ist sie kompetente Partnerin von Bund, Kantonen und Gemeinden.” So stellt sich die ORS Service AG auf ihrer Internetseite vor. Die «Obersee Nachrichten» – kurz ON – halten die ORS und ihre Partnerfirma ABS allerdings überhaupt nicht für kompetent und haben einen regelrechten Feldzug gegen die beiden Firmen gestartet. In drei Artikeln seit dem 8. Oktober spart die Wochenzeitung nicht mit Kritik an beiden Unternehmen. Unter anderem ist die Rede von «Asylprofiteuren» und dass der Bundesrat die Geschäfte der Alsyfirmen, welche «Millionengewinne mit Ärmsten» mache, toleriere.

Asylfirmen schlagen zurück

In einer Medienmitteilung von heute Donnerstag wehren sich ORS und ABS gegen die Anschuldigungen. Sie werfen der ON vor mit dieser Geschichte über den «sensiblen Bereich der Asylbetreuung» gute Schlagzeilen machen zu wollen. Die Behauptungen der Zeitung seien nicht nur polemisierend, sondern auch falsch und herabsetzend, heisst es in der Mitteilung. Damit würde die ON nicht nur die beiden Firmen an den Pranger stellen, sondern auch die Gemeindebehörden von Benken, Gommiswald und Kaltbrunn. Zu den umstrittenen Punkten haben ORS und ABS eine Gegendarstellung gefordert, die in der heutigen ON-Ausgabe auch publiziert wurde. Die ON halten allerdings an ihrer Darstellung fest.

Schlammschlacht wird wohl Fall für Gericht

Die ORS hat aufgrund der medialen Kritik gegen die «Obersee Nachrichten» zivil- und strafrechtliche Schritte eingeleitet. Dies wegen Herabsetzung und Ehrverletzung. Man sei über die Art und Weise solcher Berichterstattung sowie die Inhalte irritiert, schreibt die Firma weiter. Zumindest im Fall der ABS ist es nicht die erste Kritik. Die SRF-Sendung «Rundschau» hat am 14. Oktober ebenfalls kritisch über das Geschäftsmodell des Unternehmens berichtet. Auch diese Anschuldigungen weist die ABS zurück. Ebenfalls keine Linderung in der Angelegenheit schafft der Umstand, dass es Ende September in der Asylunterkunft Kaltbrunn gebrannt hat.

Das Haus in Kaltbrunn, in dem 24 Asylbewerber untergebracht waren, brannte vollständig aus. Verletzt wurde aber niemand.

Kantonspolizei St. Gallen

 


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