Asylgegner in Amden sind verstummt

Bürger von Amden liefen gegen das Asylzentrum in der Gemeinde Sturm. Vor fünf Monaten sind die ersten Asylbewerber eingezogen. Die Kritiker sind mittlerweile verstummt. Die Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet. 

Vor gut einem Jahr stand die St.Galler Berggemeinde im Fokus der Schweizer Medien. Der “Blick” titelte: “Amden dreht durch”. Grund für das grosse Medienecho war der Kampf gegen das geplante Asylzentrum im ehemaligen Kurhaus Bergruh.

Die Volksseele kochte hoch, das Projekt des Kantons stiess auf heftigen Widerstand. Ein Komitee wollte gar mit einer Initiative die Realisierung verhindern. Der Kampf war aber vergebens. Der Gemeinderat reichte nicht wie gefordert eine Klage gegen das Projekt ein. Vor rund fünf Monaten zogen schliesslich 80 Asylsuchende ins ehemalige Kurhaus ein.

Vom Saulus zum Paulus

Im Dorf ist es mittlerweile ruhig geworden. Die schärfsten Kritiker sind verstummt. Sie wollen nicht mehr öffentlich Stellung beziehen. Zu den Gegnern des Asylzentrums gehörte früher Karl Gmür, Präsident der lokalen CVP. Er hat sich in den vergangenen Monaten vom Saulus zum Paulus gewandelt. Er kann bislang nur Gutes über die Asylsuchenden berichten. Sie seien sehr zuvorkommend und sehr freundlich, sagt er im Interview mit TVO.

Die Bürger informieren

Auch Stephan Trachsel, Leiter des Asylzentrums, fällt nach fünf Monaten eine positive Bilanz. Zwischenfälle gab es keine. Für ein gutes Klima sorgte eine aktive Kommunikation. Es sei wichtig, die Anwohner zu informieren und mit ihnen in Kontakt zu bleiben. “Wir wollten die Probleme an der Wurzel packen. Das ist uns gelungen”, sagt der Leiter.

(red.)


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