Asylzentrum: Walzenhauser wehren sich

Landammann Matthias Weishaupt versucht, geeignete Lösungen zu finden.
Landammann Matthias Weishaupt versucht, geeignete Lösungen zu finden. © TVO
TVO Während zehn Jahren soll die Gemeinde Walzenhausen im neuen Durchgangszentrum Sonneblick 120 Asylsuchende aufnehmen. Gegen den Plan vom Kanton Appenzell Ausserrhoden machen die Einheimischen mobil. Am Freitag haben sie dem Landammann eine Petition übergeben, mit der gefordert wird, dass weniger Asylsuchende und diese vor allen Dingen für eine kürzere Zeit aufgenommen werden. Praktisch das halbe Dorf hat unterschrieben.

Das Anwohnerkomitee Sonneblick fordert, dass maximal 45 Personen für die Dauer von zwei Jahren aufgenommen werden. Am Freitag haben sie dem Ausserrhodener Landammann Matthias Weishaupt ihre Petition übergeben. Für das 2000-Seelendorf seien 120 Asylsuchende zu viel, heisst es. Die Petition solle so schnell wie möglich vom Regierungsrat beantwortet werden. Realisiert wird die Unterkunft aber sowieso.

“Wir haben den klaren Auftrag bekommen, genügend Plätze in einem Asyldurchgangszentrum bereit zu stellen”, sagt Weishaupt im Interview mit TVO. “Und wir sind bemüht, diesen Auftrag so umzusetzen, dass so viele Anliegen wie möglich umgesetzt werden können.”

Die Unterschriftenaktion soll den Protest unterstreichen. Viele Anwohner fühlen sich von der Ausserrhoder Regierung übergangen. 320 Asylanten soll der Kanton Ausserrhoden nach den Plänen der Regierung insgesamt aufnehmen, 120 davon sollen in Walzenhausen unterkommen. “Das steht einfach in keinem Verhältnis”, sagt eine Anwohnerin. Nun soll die Regierung so weit unter Druck gesetzt werden, dass sie sich mit dem Komitee gemeinsam an einen Tisch setzt. (red)


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