Auch im Linthgebiet ist man enttäuscht

Der WTL-Präsident und Kantonsrat Peter Göldi ist irritiert, dass die St.Galler Regierung plötzlich die Fördergelder streichen will.
Der WTL-Präsident und Kantonsrat Peter Göldi ist irritiert, dass die St.Galler Regierung plötzlich die Fördergelder streichen will. © Tagblatt/Benjamin Manser
Die St.Galler Kantonsregierung streicht gerade für mehrere soziale Institutionen die Fördergelder. Neben der St.Galler Projekt-Werkstatt ist auch das Werk- und Technologiezentrum Linthgebiet vom Regierungsbeschluss betroffen. Auch dort drohen Kündigungen.

Gleich mehrere soziale Institutionen im Kanton St.Gallen müssen in Zukunft auf die finanzielle Unterstützung des Kantons verzichten. Wie FM1Today erfahren hat, trifft es nicht nur die St.Galler Projektwerkstatt, die Arbeitslose unter anderem mit Reparaturen von Velos beschäftigt, sondern auch das Werk- und Technologiezentrum Lintgebiet, WTL.

Vor den Kopf gestossen

In Jona ist die Wiedereingliederung von stellensuchenden Menschen in den ersten Arbeitsmarkt die Hauptaufgabe. «Wir sind irritiert, dass die St.Galler Regierung so plötzlich eine langjährige Zusammenarbeit abrechen will», sagt Peter Göldi gegenüber FM1Today. Der St.Galler CVP-Kantonsrat und Präsident der WTL bestätigt, dass auch seine Institution von der Streichung der Fördergelder betroffen ist. Wie auch bei der Projektwerkstatt in St.Gallen möchte man in Jona den Regierungsentscheid nicht einfach so hinnehmen.

Fall fürs Gericht

«Wir prüfen zurzeit eine Beschwerde», sagt Peter Göldi. Mehr möchte der WTL-Präsident und Politiker, wegen dem laufenden Verfahren, nicht sagen.
Man darf aber davon ausgehen, dass das St.Galler Verwaltungsgericht in nächster Zeit Arbeit bekommt. Denn auch in die Projekt-Werkstatt St.Gallen hat eine Beschwerde gegen die Vergabe der Fördergelder eingereicht.

Keine Unregelmässigkeiten

Der Grund, dass gleich mehrere Arbeitslosenprojekte nach vielen Jahren ihren Auftrag verlieren hat mit den öffentlichen Ausschreibungen zu tun. Alle vier Jahre muss der Kanton St.Gallen die Aufträge für Arbeitslosen-Einsatzprogramme neu ausschreiben. Dieses Mal wurden die Aufträge neu vergeben, weil andere Anbieter offenbar günstiger waren. Rolf Wirt, Öffentlichkeitsbeauftragter des Amts für Wirtschaft und Arbeit, hält gegenüber der Nachrichtenagentur sda fest, dass es nicht die Absicht sei, dass Arbeitgeber Leute entlassen müssten. Der Kanton sei aber zu diesen Ausschreibungen verpflichtet, man könne die Aufträge nicht unter der Hand vergeben. Spielraum gebe es allenfalls bei den Kriterien für die Ausschreibung.

(lae)


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