Prominente Namen bleiben auf der Strecke

Hat sich in der Waadt vergeblich um einen Sitz im Nationalrat bemüht: Christine Bussat (BDP), Gründerin der Organisation Marche Blanche, hier am Wahltag in Lausanne
Hat sich in der Waadt vergeblich um einen Sitz im Nationalrat bemüht: Christine Bussat (BDP), Gründerin der Organisation Marche Blanche, hier am Wahltag in Lausanne © /KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Ein klingender Name ist noch längst kein Garant für ein gutes Wahlresultat. Auch in diesem Jahr hat eine ganze Reihe bekannter Persönlichkeiten den Einzug ins Parlament verpasst.

Mit ihrer Pädophilen-Initiative und dem Volksbegehren für die Unverjährbarkeit pornografischer Straftaten feierte sie zwei nationale Abstimmungserfolge: Christine Bussat, Gründerin der Organisation Marche Blanche. Trotzdem blieb sie mit ihrer Partei, der BDP des Kantons Waadt, chancenlos.

Mit Gewerbeverbands-Direktor Hans-Ulrich Bigler scheiterte im Kanton Zürich ein weiterer Quereinsteiger mit Nationalratsambitionen. Immerhin schaffte er es auf den ersten Ersatzplatz. Es war bereits sein zweiter erfolgloser Anlauf nach 2011.

Das gleiche Schicksal teilt Bigler mit dem Kriminologen Martin Killias, der erneut die SP des Kantons Aargau antrat. Diesmal musste Killias mit dem fünften Rang Vorlieb nehmen; gewählt wurden zwei andere Parteivertreter.

In St. Gallen verpasste es Nicolo Paganini knapp, seine Bekanntheit als Chef der grössten Publikumsmesse der Schweiz in einen Sitz umzumünzen. Der Olma-Direktor wurde auf der Hauptliste der CVP hinter den drei Gewählten erster Ersatz.

Bereits auf die dritte erfolglose Nationalratskandidatur kann nach 2007 und 2011 der Berner Sicherheitsdirektor und Ex-CVP-Generalsekretär Reto Nause zurückblicken. Trotz dem ersten Platz auf seiner Liste blieb für seine Partei ein Sitz ausser Reichweite.

Im Kanton Genf erzielte der für die CVP als Aussenseiter angetretene ehemalige SRG-Verwaltungsratspräsident Raymond Loretan mit dem vierten Platz in den Ständeratswahlen immerhin einen Achtungserfolg. Demgegenüber scheiterte der Gründer des rechtspopulistischen MCG, Eric Stauffer, als Nationalratskandidat kläglich.

Auch mehrere bekannte Gesichter aus den Bereichen Kultur, Unterhaltung und Sport wurden von den Wahlberechtigten links liegen gelassen. In Zürich hatten nicht einmal die Zugpferde auf der Liste “Kunst und Politik” den Hauch einer Chance, darunter die Autorinnen Melinda Nadj Abonji und Ruth Schweikert oder die Schauspielerin Mona Petri.

Im Kanton Bern schnitt die als “Gärtnerin der Nation” bekannt gewordene Sabine Reber (Grüne) unter ferner liefen ab, ebenso Ex-Miss-Kosovo Keshtjella Pepshi (CVP). In der Waadt erlitt Sergei Aschwanden (FDP), Judo-Olympia-Dritter von 2008, eine Schlappe, und im Bündnerland baggerte SVP-Dauerkandidat und Skilegende Paul Accola einmal mehr vergebens um die Wählergunst.

(SDA)


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