Aus Trauer und Respekt kein Fliegerschiessen auf der Axalp

Am Freitag abgeschlossen: Aufräumarbeiten am Absturzort des Super-Puma.
Am Freitag abgeschlossen: Aufräumarbeiten am Absturzort des Super-Puma. © KEYSTONE/TI-PRESS/SAMUEL GOLAY
Nach den zwei schweren Flugunglücken mit drei Toten innerhalb von vier Wochen hat Verteidigungsminister Guy Parmelin das Fliegerschiessen auf der Axalp im Berner Oberland abgesagt. Das Schiessen hätte am 12. und 13. Oktober stattfinden sollen.

Dem Chef des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) sei die Absage des jeweils von zahlreichen Flugbegeisterten verfolgten Anlasses nicht leichtgefallen, teilte das Departement am Freitagabend mit.

Aus Rücksicht und Respekt gegenüber den drei toten Piloten und dem schwerverletzten Flugbegleiter habe sich Parmelin aber zur Absage entschieden. Der Kommandant der Luftwaffe sagte gleichzeitig die mit der Fliegerdemonstration verbundenen Trainingsschiessen vom 11. bis 13. Oktober auf der Axalp ab.

Am Mittwoch war ein Super-Puma der Luftwaffe nahe beim Gotthard-Hospiz abgestürzt. Beide Piloten kamen beim Unglück ums Leben. Die Opfer waren beide Milizpiloten und hatten nach Angaben der Militärjustiz die Jahrgänge 1966 und 1977.

Beim 50-jährigen Unglückspiloten handelte es sich um einen Familienvater und Stadtrat aus Illnau-Effretikon ZH, wie die Gemeinde bereits am Donnerstag mitgeteilt hatte. Die Aufräumarbeiten auf der Unglücksstelle sollten am Freitag abgeschlossen werden.

Vor Monatsfrist stürzte ein Kampfjet vom Typ F/A-18 im Sustengebiet auf einem Trainingsflug ab. Die F/A-18 zerschellte auf einer Höhe von rund 3300 Metern über Meer in der Nähe des Gipfels Hinter Tierberg. Der Pilot – ein 27-jähriger Waadtländer – verlor dabei sein Leben.

Die Flugsicherung Skyguide hatte für das Flugzeug eine zu tiefe Flughöhe von 10’000 Fuss (rund 3050 Meter über Meer) angeordnet. Beide Unglücke sind noch Gegenstand von Untersuchungen der Militärjustiz.

(SDA)


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