Ausgesetzte Kätzchen gerettet

Jäger Tobias Dietschi mit den geretteten Kätzchen.
Jäger Tobias Dietschi mit den geretteten Kätzchen. © zVg
Im Harderwald bei Oberriet findet ein Jäger sechs ausgesetzte Kätzchen. Er nimmt sie mit und bringt sie zu einer Auffangsstelle. Die ca. zwei Wochen alten Kätzchen sind wohlauf und munter. Die Tat erzürnt die hiesige Facebook-Gemeinschaft. 

Tobias Dietschi kann es kaum fassen. Am Donnerstag findet er zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder während eines Jagdausflugs sechs ausgesetzte Katzenbabys. «Sie waren wohlauf, haben aber einen ziemlichen Lärm gemacht», sagt Dietschi gegenüber FM1Today. Die Kätzchen seien wohl verängstigt gewesen. «Aber kaum habe ich sie gestreichelt und gehalten, haben sie sich sofort beruhigt.» Das brisante: Direkt neben dem Ort des Aussetzens steht eine Schutzhütte.

Auffangsstation nimmt sich den Tieren an

Dietschi nimmt die Katzen mit zur Not-Auffangstation für Katzen des Tierschutzvereins Rheintal. Dort habe man sofort Milchpulver und Fläschchen besorgt, um die Kätzchen aufzupeppeln, sagt Dietschi gegenüber «20Minuten». Dietschi möchte sich noch persönlich bei der Auffangsstation bedanken: «Die beiden Frauen haben wirklich einen tollen Job gemacht, vielen Dank dafür». Dass die Kätzchen ausgesetzt wurden, steht für Dietschi ausser Frage: «Ich kann mir schlecht vorstellen, dass eine Katzenmutter mit ihren Jünglingen in den Wald geht und eine Decke mitnimmt», sagt der junge Jäger und lacht.

Facebookfreunde sind erzürnt

Auf den sozialen Medien ist das Entsetzen gross. Unter Dietschis Post machen viele User ihrem Ärger Luft: «Das ist absolut grausam und zeigt den üblen Charakter solcher Menschen an. Herzlichen Dank den Rettern», kommentiert eine Facebook-Userin. Auch der Retter selber findet deutliche Worte für die Tat:«Das macht mich zutiefst traurig und entsetzt zugleich. Was für ein Mensch setzt sechs junge, herzige Kätzchen im Wald aus? Und das ohne ihre Mutter geschweige denn ohne jeglichen Schutz und Nahrung?

Jäger will Katzenmutter einfangen

In der Hoffnung, die Mutter dieser gut zwei Wochen alten Kätzchen zu finden, hat Dietschi am gleichen Ort eine Katzenfalle aufgestellt. «Ich hoffe, dass wir so die Mutter und die Babys wieder zusammenbringen können.» Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Dietschi ausgesetzte Katzen sieht und hört: «In den Waldgebieten kommt das immer wieder vor. Man hört eine Autotüre zuklappen, dann entfernt sich ein Auto. Kurz darauf ertönt das Miauen von Katzen aus dem Wald.»

(saz)


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