Ausstellung “Relire Charlie Hebdo” in Morges

Der Karikaturist Raymond Burki in der Ausstellung "Relire Charlie Hebdo" im Haus der Pressezeichnungen in Morges.
Der Karikaturist Raymond Burki in der Ausstellung "Relire Charlie Hebdo" im Haus der Pressezeichnungen in Morges. © KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Ein Jahr nach den Anschlägen auf die Redaktion von “Charlie Hebdo” widmet das Haus der Pressezeichnungen in Morges (VD) der Satirezeitschrift eine Ausstellung. Präsentiert wird die Geschichte des Blatts anhand der Arbeiten von elf seiner charakteristischsten Zeichner.

Die Schau “Relire Charlie Hebdo” ist gestaltet wie das Sitzungszimmer einer Redaktion: ein langer Tisch mit Schreibutensilien, Bürostühle und dahinter an den Wänden Arbeiten von Charb, Cabu, Luz, Willem, Wolinski, Riss, Catherine, Reiser, Gébé, Tignous und Honoré – von jedem vier bis sechs.

Das Waadtländer Ausstellungshaus hat die Exponate von einem Festival im französischen Angoulème übernommen. Das Setting nach Art eines Redaktionszimmers wurde aber in Morges entwickelt.

“Man kann die Karrieren der Zeichner natürlich nicht mit sechs Werken darstellen, aber man kommt nicht um das Datum herum”, sagte Museums-Präsident Pierre Friderici am Donnerstag vor den Medien.

Der Waadtländer Zeichner Raymond Burki, der ebenfalls Mitglied der Trägerschaft ist, ergänzte: “Ich bin wahnsinnig froh, dass es diese Ausstellung gibt. Diese Illustratoren waren Meister ihres Fachs, ihnen eine Hommage zu widmen, ist das mindeste”.

“Relire Charlie Hebdo” zeigt keinerlei Karikaturen, die sich auf den Propheten Mohammed beziehen. Polemik sei nicht der Ehrgeiz der Kuratoren, sagt Pierre Friderici. Verstörende Bilder gebe es aber sehr wohl. “Pressezeichnungen sind nun mal Juckpulver”.

Und Laurent Beauverd, ein weiteres Mitglied der Museumsgesellschaft, ergänzt: “Die Leute kennen oft nur die polemischen Zeichnungen, aber dahinter steht ein ganzes Universum, und das wollen wir hier im Maison du dessin de presse aufzeigen”.

Seit der Tragödie um Charlie Hebdo verzeichnet das Museum 30 Prozent mehr Besucher. Offensichtlich möchten die Menschen mehr erfahren über die Welt der politischen Karikatur.

www.maisondudessindepresse.ch

(SDA)


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