Sturz lässt Cancellaras Traum vom vierten Roubaix-Sieg platzen

Der Australier Mathew Hayman, im Bild vor einer Woche an der Flandern-Rundfahrt, gewann überraschend den Klassiker Paris - Roubaix
Der Australier Mathew Hayman, im Bild vor einer Woche an der Flandern-Rundfahrt, gewann überraschend den Klassiker Paris - Roubaix © KEYSTONE/AP/VIRGINIA MAYO
Mathew Hayman gewinnt überraschend den Klassiker Paris – Roubaix. Der bald 38-jährige Australier setzt sich im Sprint einer fünfköpfigen Gruppe durch. Fabian Cancellara wird schwer geschlagen.Cancellaras Kopfsteinpflaster-Karriere nahm damit ein Ende, das er sich so nicht vorgestellt hatte.

Wie bereits vor einer Woche an der Flandern-Rundfahrt, als er den Abgang des späteren Siegers Peter Sagan verpasst hatte und “nur” Zweiter geworden war, musste Cancellara seine Ambitionen auch im Norden Frankreichs früh begraben.

Diesmal hatte sich der Trek-Profi jedoch nicht verspekuliert. Vielmehr wurden zwei Stürze Cancellara auf dem Weg zu seinem vierten Triumph in Roubaix zum Verhängnis. Bei einem ersten, rund 115 km vor dem Ziel, kam er noch ungeschoren davon. Jedoch hatte Cancellara Pech, dass er sich gemeinsam mit Sagan im zweiten Teil des Feldes befand und sich einen Rückstand einhandelte.

Die Aufholjagd wurde jedoch jäh gebremst. Cancellara kam auf dem Pavè-Abschnitt “Mons-en-Pévèle”, der aufgrund des Regenfalls in der Nacht auf Sonntag noch nass war, ohne Fremdeinwirkung zu Fall. Sagan konnte an seinem Hinterrad einen Sturz zwar mirakulös verhindern, fuhr dabei jedoch über das Rad des Schweizers, der anschliessend auf ein Ersatzvelo warten musste. Dabei verlor Cancellara zwei Minuten und erreichte das Ziel in Roubaix schliesslich mit über sieben Minuten Rückstand als 40.

Mit einem vierten Sieg in Roubaix nach 2006, 2010 und 2013 hätte Cancellara zu den beiden belgischen Rekordsiegern Tom Boonen und Roger de Vlaeminck aufschliessen können. Nun verabschiedete er sich ohne den so sehr erhofften Triumph von den Klassikern im Norden Belgiens und Frankreichs. Cancellara wird nun eine Pause einlegen und sich danach auf den Giro d’Italia vorbereiten.

Weil auch Sagan den Anschluss zur Spitzengruppe nicht mehr schaffte, fand das grosse Finale ohne die beiden Topfavoriten statt. Mit dem Belgier Boonen, der sich nach den Triumphen 2005, 2008, 2009 und 2012 zum alleinigen Rekordhalter hätte machen können, und dessen Landsmann Sep Vanmarcke, waren im Fünfer-Sprint auf der offenen Rennbahn in Roubaix doch noch zwei von den viel gehandelten Favoriten auf den Tagessieg dabei.

Am Ende setzte sich mit Hayman aber ein krasser Aussenseiter durch. Der Australier, der in zehn Tagen seinen 38 Geburtstag feiert, hatte zuvor noch nie ein wichtiges Rennen gewonnen. Hayman ist nach Stuart O’Grady 2007 der zweite Australier, der im Velodrome von Roubaix den berühmten Pflasterstein erhielt. Boonen musste mit Platz 2 vorliebnehmen. Der Brite Ian Stannard komplettierte das Podest als Dritter.

(SDA)


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