Niederlage im abschliessenden Doppel gegen Tschechien

Keine Hilfe von oben: Timea Bacsinszky verlor auch ihre zweite Partie in Luzern in zwei Sätzen
Keine Hilfe von oben: Timea Bacsinszky verlor auch ihre zweite Partie in Luzern in zwei Sätzen © KEYSTONE/URS FLUEELER
Der Traum vom Final platzt für das Schweizer Fedcup-Team im abschliessenden Doppel des Halbfinals gegen Tschechien. Golubic/Hingis sind der Power der Tschechinnen nicht gewachsen.

In der Luzerner Messe-Halle verloren Martina Hingis und Viktorija Golubic gegen das klar stärkere tschechische Doppel Lucie Hradecka/Karolina Pliskova 2:6, 2:6. Die tschechische Doppelstärke ist beeindruckend: Die Champions der letzten zwei Jahre gewannen zum siebten Mal in Folge ein entscheidendes Doppel.

“Wir haben es nicht geschafft, Druck auf ihren Aufschlag zu entwickeln”, analysierte Martina Hingis. Zudem machte Golubic in ihrem dritten Spiel in zwei Tagen einen etwas matten Eindruck – auch wenn sie Müdigkeit danach nichts wissen wollte. Der Entscheid von Captain Heinz Günthardt, Golubic anstelle der eigentlich vorgesehenen Timea Bacsinszky aufzustellen, war denn auch absolut nachvollziehbar. Zu sehr hatte die 23-jährige Zürcherin zuvor mit zwei Siegen in ihren ersten beiden Fedcup-Einzeln verblüfft; und zu sehr war die zutiefst enttäuschte Bacsinszky nach zwei klaren Niederlagen verunsichert.

Viktorija Golubic, die sich bereits am Samstag zur Heldin aufgeschwungen hatte, gewann am Sonntag auch gegen Barbora Strycova (WTA 33) sensationell 3:6, 7:6 (8:6), 6:1 und glich damit zum vorübergehenden 2:2 aus. Die Weltnummer 129, die an diesem Wochenende in der Luzerner Messe-Halle ihre ersten beiden Fedcup-Einzel spielte, verlor wie am Vortag den ersten Satz 3:6. Im zweiten Durchgang führte sie dreimal mit einem Break, musste die Tschechin aber jedes Mal wieder herankommen lassen. Im Tiebreak wehrte Strycova einen ersten Satzball mit einem Volleystopp ab, beim zweiten gelang Golubic mit einem perfekten Vorhand-Winner der entscheidende Punkt zum 8:6. Damit war eine Vorentscheidung gefallen, die Tschechin erholte sich vom kräftezehrenden Rückschlag – der zweite Satz dauerte 74 Minuten – nicht mehr.

Im dritten Satz schwebte Golubic – von 4600 begeisterten Fans getragen – auf einer Wolke und schien gar nichts mehr falsch machen zu können. Ihr gelangen nun perfekte Bälle von überall auf dem Platz. Nach total gut zweieinhalb Stunden verwertete sie gleich den ersten Matchball mit ihrem Paradeschlag, der einhändigen Rückhand, zum Sieg und liess das Schweizer Team noch etwas länger vom Finaleinzug träumen.

Anschliessend war die Entdeckung des Wochenendes in ihren Gefühlen hin- und hergerissen. Nach dem Einzel sei sie im Hoch gewesen, jetzt aber enttäuscht. Ein wenig konnte sich dann aber doch auch über ihre verblüffenden Leistungen freuen.

Zuvor hatte Timea Bacsinszky (WTA 17) gegen die eine Position schlechter klassierte Karolina Pliskova 4:6, 2:6 verloren. Bacsinszky startete besser ins Spiel als am Samstag bei ihrem Debakel (0:6, 2:6) gegen Strycova, nutzte aber ihre Chancen zu Beginn nicht. Die 26-jährige Waadtländerin kam im ersten und zweiten Aufschlagspiel der 1,86 m grossen Tschechin zu insgesamt drei Breakbällen, die diese jedoch allesamt abwehrte. Als Pliskova dann beim Stand von 4:4 zu ihrer ersten Möglichkeit kam, verschaffte sie sich mit einem energischen Smash den entscheidenden Vorteil im ersten Satz.

Pliskova zog dann im zweiten Satz schnell mit zwei Breaks auf 0:4 davon. Einmal hatte Bacsinszky in der Folge noch die Chance auf einen Service-Durchbruch, vergab jedoch auch diese. Insgesamt kamen beide Spielerinnen zu vier Breakbällen. Der grosse Unterschied: Bacsinszky nutzte keinen, Pliskova deren drei. Nach 74 Minuten holte sich die Tschechin den zweiten Punkt für ihr Team.

Dennoch fand Bacsinszky viel Positives in ihrer Leistung. Sie habe ihre Emotionen im Griff gehabt und viel besser gespielt als am Samstag. “Pliskova war einfach etwas besser und hatte in einigen Situationen etwas mehr Glück.” Sie habe es in vielen Gesprächen bis tief in die Nacht mit Captain Heinz Günthardt, ihrem Umfeld und der Familie geschafft, sich wieder zu fokussieren. “Letztlich habe ich aber wohl am Samstag etwas zu viel Energie verloren.”

(SDA)


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