Bacsinszky zittert vor dem TV vergebens mit der Nati

Tennis für einmal Nebensache: Timea Bacsinszky in Wimbledon im Training
Tennis für einmal Nebensache: Timea Bacsinszky in Wimbledon im Training © KEYSTONE/PETER KLAUNZER
Timea Bacsinszky sollte in Wimbledon eine Pressekonferenz geben, doch sie schaut lieber mit den Journalisten den EM-Achtelfinal der Schweiz gegen Polen – bis zum bitteren Ende.Das Zeitmanagement stimmt nicht so ganz.

Um 16 Uhr Lokalzeit wäre für die Handvoll Schweizer Journalisten, die schon in Wimbledon sind, Timea Bacsinszkys Pressekonferenz vor dem am Montag beginnenden Grand-Slam-Turnier angesetzt. Dummerweise beginnt da gerade die Verlängerung des Schweizer EM-Achtelfinals gegen Polen. Bacsinszky macht früh auf ihr Dilemma aufmerksam. In einem Tweet stellt sie sich die Gewissensfrage: pünktlich sein oder Fussball schauen?

Dabei hatte sie extra die Trainings so gelegt, dass sie den Fussball nicht tangieren – und damit das Unverständnis ihres Coaches Dimitri Zavialoff geerntet. Der ist Franzose und konnte nicht nachvollziehen, was an einem Spiel zwischen der Schweiz und Polen so interessant sein sollte.

Bacsinszky bringt beim Termin mit den Medien zunächst ein TV-Interview hinter sich. Dann sieht sie in den Katakomben der Tennisanlage Journalisten vor einem Fernseher stehen, die ebenfalls Fussball sehen. Sie gesellt sich dazu, die Pressekonferenz interessiert in dem Moment keinen. Ein netter Volunteer organisiert noch zwei Sitzbänke – fertig ist das gemeinsame Fussball-Happening.

Bacsinszky erzählt, wie sie beim Spiel zwischen Polen und Deutschland verwirrt war, weil sie das Gefühl hatte, sie werde immer wieder erwähnt. Es handelte sich allerdings nicht um Bacsinszky, sondern den polnischen Spieler Krzysztof Maczynski. Gemeinsam hoffen der Tennisstar und die Medienleute bei Eren Derdiyoks Matchball in der 113. Minute und leiden im Penaltyschiessen. Danach gehts mit dem eigentlichen Tennisbusiness weiter.

Ein kleiner Trost bleibt Bacsinszky: Mit den Ungarn (spielen am Sonntag gegen Belgien) hat sie noch ein zweites Team im Rennen, das ihr am Herzen liegt. Ein Halbfinal zwischen der Schweiz und Ungarn, der Heimat ihrer Eltern, wäre ihr Traum gewesen. “Dann hätte ich schon gewonnen gehabt.”

Natürlich verfolgten auch Roger Federer und Stan Wawrinka den Schweizer EM-Auftritt. Sie hatten mehr Glück – oder mehr Einfluss bei den Turnierbossen – und beendeten ihre Pressetermine vor dem Anpfiff in Saint-Etienne. Federer verschlug es beim frustrierenden Ende wohl die Sprache. Nach einem “Wow!!!!!” zu Shaqiris Ausgleichstor folgte auf Twitter kein weiterer Kommentar des prominentesten FCB-Fans. Anders bei Wawrinka. Da stand auf Twitter das bekannte Schimpfwort, das mit F beginnt.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen