Bacsinszky/Hingis verlieren Final um Gold gegen Russinnen 4:6, 4:6

Alle Absprachen halfen im Final nichts
Alle Absprachen halfen im Final nichts © KEYSTONE/AP/CHARLES KRUPA
Das grandiose Olympia-Turnier endet für das Doppel Timea Bacsinszky/Martina Hingis mit einer Niederlage. Die Schweizerinnen verlieren den Final gegen Makarowa/Wesnina mit 4:6, 4:6. Das Spiel um die Goldmedaille dauerte eine Stunde und 38 Minuten.

Bei den russischen Siegerinnen zeigte insbesondere Jekaterina Makarowa eine überragende Leistung. Jelena Wesnina steigerte sich im zweiten Satz ebenfalls. In den letzten beiden Aufschlagspielen der Russinnen gewannen die Schweizerinnen keinen einzigen Ballwechsel mehr.

Die Breaks kassierten die Schweizerinnen zum 3:4 im ersten Satz bei Aufschlag Martina Hingis und zum 4:5 im zweiten Satz bei Aufschlag Timea Bacsinszky.

Auch Bacsinszky/Hingis erspielten sich Möglichkeiten: Sie vergaben während der Partie sechs Breakbälle: zwei bei 2:1 im ersten Satz, einen bei 3:5 im ersten Durchgang und sogar drei beim Skore von 3:2 im zweiten Satz.

Die Schweizerinnen zeigten im halbleeren Stadion gewiss nicht ihr bestes Spiel in dieser Woche. Insbesondere Timea Bacsinszky unterliefen zu viele Fehler. In der entscheidenden Phase des ersten Satzes offenbarten Bacsinszky und Hingis Abstimmungsprobleme, was es seit dem Erstrundenspiel nicht mehr gegeben hatte. Derartige Mängel mochte es gegen die erfahrenen Russinnen nicht leiden. Jekaterina Makarowa und Jelena Wesnina zählen zu den stärksten Doppelspielerinnen der Welt: 2013 gewannen sie ohne Satzverlust das French Open, 2014 das US Open.

Bei der Medaillenzeremonie wurde zuerst Timea Bacsinszky, später auch Martina Hingis von den Emotionen überwältigt. Die Tränen rollten. Aber es waren Tränen der Freude. Die Enttäuschung über den verlorenen Final vermieste den beiden Schweizerinnen den Tag nicht im geringsten.

Die Bedeutung der Medaille ist für beide Schweizerinnen immens. Timea Bacsinszky erachtet das Silber als ihren bislang mit Abstand grössten Karriereerfolg. Und auch Martina Hingis, die als Teenager fast alles gewonnen und die Tennis-Szene der Frauen dominiert hatte, zeigte Emotionen wie noch nie in diesem Jahrtausend.

Das Husarenstück war den Schweizerinnen im Halbfinal in der Nacht auf Samstag gelungen. Mit einem 5:7, 7:6 (7:3), 6:2-Sieg über die Tschechinnen Andrea Hlavackova/Lucie Hradecka sicherten sie sich die Medaille. In dieser Partie lagen sie 5:7 und im zweiten Satz mit zwei Breaks 0:3 zurück. Bei 5:7, 4:5 wehrten sie zwei Matchbälle ab.

(SDA)


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