Stabile Dividende bei Baloise trotz starken Gewinnrückgangs

Der Versicherer Baloise muss im vergangenen Jahr einen Gewinnknick hinnehmen. (Symbolbild).
Der Versicherer Baloise muss im vergangenen Jahr einen Gewinnknick hinnehmen. (Symbolbild). © KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS
Obwohl der Gewinn für das Geschäftsjahr 2015 markant zurückgegangen ist, will der Basler Versicherungskonzern Baloise die Dividende konstant bei 5 Franken je Aktie halten. Das sagte der neue Konzernchef der Gruppe, Gert de Winter, bei seinem Debüt vor den Medien.

Der Jahresgewinn der Baloise-Gruppe ist im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund 28 Prozent auf 512 Millionen Franken zurückgegangen. Als Hauptgrund für diesen Rückgang gibt der Basler Versicherungskonzern das ausserordentlich gute Vorjahresergebnis an, als das Unternehmen seine Nationale Suisse-Beteiligung sowie die Geschäfte der Basler Österreich an die Helvetia-Gruppe verkauft hatte.

Doch auch wenn man die rund 160 Millionen Franken an Sondereffekten im Geschäftsjahr 2014 unberücksichtigt liesse, war das Ergebnis um rund 30 Millionen Franken tiefer als jenes im Geschäftsjahr 2015 gewesen.

Gert des Winter, der neue Konzernchef der Gruppe, sagte diesbezüglich während seines ersten Auftritts vor den Medien, dass die Baloise neben den Einmaleffekten auch die Aufhebung des Euro-Mindestkurses belastet habe. Würden die Ergebnisse der ausländischen Einheiten – die Gruppe ist ausserhalb der Schweiz nunmehr hauptsächlich nur noch in Deutschland, Belgien und in Luxemburg tätig – mit dem Durchschnittskurs des Vorjahres umgerechnet, wäre der Gewinn rund 30 Millionen Franken höher ausgefallen.

Die Bruttoprämien sanken über alles gesehen um 3,2 Prozent auf 6,8 Milliarden Franken. Sowohl in der Sach- als auch in der Lebensversicherung gingen die Beitragseinnahmen zurück. In Originalwährung hätte allerdings ein Plus von 1,5 Prozent resultiert.

Der kombinierte Schaden-Kosten-Satz als Gradmesser für die versicherungstechnische Profitabilität im Nichtlebensgeschäft verbesserte sich leicht auf nunmehr 93,3 Prozent. Bei Werten unter 100 Prozent verdient eine Gesellschaft mit ihren Portfolios operativ Geld. Das Management der Gruppe lobte den erreichten Wert als eines der besten Ergebnisse in der Geschichte des Unternehmens.

Starken Handlungsbedarf hat der Konzern aber dennoch in Deutschland. Die Combined-Ratio der Baloise-Einheiten im “Grossen Kanton im Norden” betrugen schlechte 107 Prozent. An der Medienorientierung hiess es, dass Grossschäden belastet hätten.

Allerdings war der Schaden-Kosten-Satz im Jahr 2014 auch schon mit 102 Prozent über der magischen 100-Prozent-Grenze gewesen. De Winter erklärte, dass die Portfoliobereinigungen bei unprofitablem Geschäft in Deutschland unbedingt fortgesetzt werden müssten.

Das Lebensversicherungsgeschäft trägt trotz des Niedrigzinsumfeldes mit rund 277 Millionen Franken wesentlich zum Jahresergebnis bei. Allerdings ging der Wert des Neugeschäfts um rund 40 Prozent auf 36 Millionen Franken zurück. Auch am strategischen Ziel, eine Neugeschäftsmarge von mindestens 10 Prozent zu erreichen, schrammte die Baloise mit 9,8 Prozent nach den Worten des Konzernchefs “um einige Millimeter” vorbei.

Unter dem Strich will die Gruppe trotz des Gewinnrückgangs die Dividende stabil bei 5 Franken je Aktie halten. Eine verlässliche Dividendenpolitik sei dem Management wichtig, hiess es an der Medienkonferenz am Dienstag.

Für das laufende Geschäftsjahr setzt sich der Konzernchef die gleichen Finanzziele wie in der Vergangenheit, also eine Combined-Ratio zwischen 93 und 96 Prozent, eine Neugeschäftsmarge in Leben über 10 Prozent sowie eine Eigenkapitalrendite zwischen 8 und 12 Prozent. Allerdings hat de Winter für Herbst eine Aktualisierung der Strategie angekündigt.

An der Börse hatte man offenbar insgesamt mehr erwartet. Die Baloise-Titel wurden bis zum Nachmittag stets mit Abschlägen zwischen 1 und 2 Prozent gehandelt.

(SDA)


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