Banco Popolare und BPM fusionieren zur drittgrössten Bank Italiens

Ein Gebäude der Banca Poplare di Milano in Mailand: Das Finanzinstitut will sich mit der Banco Poplare zur drittgrössten Bank Italiens zusammenschliessen. (Archivbild)
Ein Gebäude der Banca Poplare di Milano in Mailand: Das Finanzinstitut will sich mit der Banco Poplare zur drittgrössten Bank Italiens zusammenschliessen. (Archivbild) © KEYSTONE/AP/LUCA BRUNO
In Italien steht eine Grossfusion unter Banken bevor. Banco Popolare und Banca Popolare di Milano (BPM) wollen sich zum drittgrössten Kreditinstitut Italiens zusammenschliessen. Durch die Fusion entsteht eine Bank mit einer Bilanzsumme von 171 Milliarden Euro.

Im Rahmen der Transaktion werde Banco Popolare das Kapital um eine Milliarde Euro erhöhen, teilten beide Banken am Mittwochabend gemeinsam mit. Das fusionierte Institut solle seinen Hauptsitz in Mailand und Verona haben. Sie wäre nach Intesa Sanpaolo und Unicredit die Nummer drei des Landes und würde und 25’000 Mitarbeiter beschäftigen.

BPM-Aktionäre werden dem Plan zufolge 54 Prozent am neuen Institut halten, Banco-Popolare-Eigentümer 46 Prozent. Bis zum 1. November sollen die Aktionäre das Vorhaben absegnen. Die Transaktion solle bis Dezember unter Dach und Fach gebracht werden. BPM-Chef Giuseppe Castagna werde die neue Bank führen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat der geplanten Bankenfusion einem Insider zufolge vorläufig zugestimmt. Die beiden Volksbanken hatten dem Insider zufolge am Dienstagabend ihre Pläne, wie von der Aufsicht gefordert, weiter präzisiert.

Experten erwarten, dass ein erfolgreicher Zusammenschluss der beiden Volksbanken weitere Übernahmen in der nach wie vor zersplitterten Finanzbranche des Landes auslösen wird. Eine Fusion der Institute gilt als wichtiger Lackmustest für eine Reform des Sektors.

Banca Popolare di Milano und Banco Popolare verhandelten seit Monaten über die Fusion. Doch zuletzt türmten sich Hindernisse auf. Vor allem der geplante Umgang mit faulen Krediten entpuppte sich einem Insider zufolge als Stolperstein.

Die EZB-Bankenaufsicht fordere einen raschen Abbau, hiess es in Finanzkreisen. Die damit verbundenen hohen Verluste würden aber die Kapitalbasis der beiden Häuser angreifen.

(SDA)


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